Mittwoch, 24. September 2008

Der Einbruch

Eines Tages kam ich von der Arbeit nach Hause und bemerkte die offenstehende Küchentür! Aufgeregt erforschte ich ob alle Wertsachen noch vorhanden sind. Geld, Laptop, Bankkarten und der PC! Alles war noch vorhanden! Stattdessen war die Tür Hoftür mit Zahnseide verziert! Alle Stifte fehlten! Ein Taschenrechner, der Funkwecker, die Taschenlampe, alle Murmeln und Steinschleudern waren verschwunden!! Sowie die Colas und Süßigkeiten aus dem Kühlschrank fehlten! Es lag auf der Hand das wir es mit Kindern zu tun hatten! Und weil Kinder so unglaublich herrlich sind, liefen Sie auch noch mit den Steinschleudern vor unserem Haus herum! Also auf zu Eltern der Kinder, unseren Nachbarn! Nach einem kurzen Gespräch mit der Mutter und dem Jungen stellte sich heraus, das angeblich ein Junge aus der weiteren Nachbarschaft der alleinige Schuldige der ganzen Aktion war. Er hatte den Hofschlüssel entwendet, als Mama Jussuf (unsere Haushaltshilfe) vergessen hatte die Hoftür zu schließen und wir arbeiten waren! Dreimal sollte er bei uns im Haus gewesen sein! Der Name des Jungen Ibo! Also machten Mathias und ich uns auf die Suche nach Mama Ibo! Zuhause war Sie nicht anzutreffen! Man sagte uns sie arbeite in einem Lokal Pub in Kihesa (dem Nachbarstadtteil). Also machten wir uns mit dem Nachbarjungen (ca. 7 Jahre) und dem Bruder des Nachbarjungen(ca. 18 Jahre) auf die Suche nach Mama Ibo und ihrem Sohn! Die Mutter unseres Nachbarjungen durchsuchte in der Zeit das Zimmer ihres Zöglings! Während der Suche in Kihesa wurden wir Zeugen einer ordentlichen afrikanische Wirtshausrauferei! In fast jedem pub wurde uns gesagt, dass es hier gefährlich für Weiße sei und wir lieber wieder nach Hause gehen sollen! :-) Letztendlich erhielten wir die Information dass Mama Ibo übers Wochenende auf ihr Dorf gefahren sei und erst Anfang nächster Woche zurückkäme! Nun wurde es Zeit den Bezirksvorsteher (der älteste Mann in der näheren Umgebung) einzuweihen! Wir gingen in sein Haus, erwiesen ihm den ihm gebührenden Respekt mit einem Shikamoo und einem leichten Knicks und schilderten ihm unser Leid! Er nahm sich der Sache an und ging mit zu unserem Haus, vor dem unseren Nachbarn warteten. Die Mutter hatte derweil das Zimmer des Nachbarjungen durchforstet und gab uns die dort gefundenen Sachen wieder. Man merkte den Nachbarseltern an, dass Ihnen die ganze Sache höchst unangenehm war. Sie hatten in diesem Moment ihr Gesicht vor uns verloren und Ihr Junge hatte Schande über die Familie gebracht! Sie versprachen uns, die Sache für uns zu regeln. Der junge Nachbarsjunge bekam eine Trachtprügel von seinen Eltern, die es in sich hatte. Die Härte der Prügel kann mit der Angst der Eltern begründen, dass der Junge nochmals klaut und ihm was schlimmeres passiert! Denn normalerweise werden Diebe in Tansania gesteinigt.
Die andere Begründung ist der Gesichtsverlust der Eltern, denn innerhalb eines Tages wusste der ganze Bezirk, dass ihr Junge mit anderen Kindern bei uns eingebrochen hat. Die Nachbarseltern brachten uns Tag für tag die gestohlenen Kleinigkeiten zurück. Nur der Schlüssel für den Hitnerhof wurde bisher nicht gefunden. Die Kinder sagten sie hätten den Schlüssel ins Feld hinterm Haus geworfen. Daraufhin brannten die Nachbarn das komplette Feld ab, doch der Schlüssel blieb dennoch verschollen. Wir haben den Nachbarn nun mitgeteilt, dass Sie die Suche einstellen können und uns für ihr Engagement bei der Suche bedankt! Wir werden ein neues Schloß für die Hinterhoftür besorgen und damit ist die Geschichte für uns dann auch beendet. Unseren Nachbarn scheint es immer noch etwas peinlich zu sein, dies merkt man im täglichen Umgang. Ich hoffe dies ändert sich. Weiterhin lässt sich sagen, dass es zum Glück nur Kinder waren, die bei uns einbrachen und das keine Dinge von größerem Wert (wie Laptop, Geld, etc.) weggekommen sind.

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