Freitag, 24. Juli 2009

Die erste Lektion

Von Mbeya, Tansania nach Chilumba, Malawi

Joschka auf über dem Songwe River, Tansanisch-Malawische Grenze



Der Malawisee bei Chilumba

Die gemeinsame Reise von Joschka und Samuel begann am Freitag, dem 5. Juni 2009 in Mbeya mit einigen „Münsteranderfreunden“ (Eva, Charles und Lukasz), Pizza und einem unfreiwilligen Diskobesuch (die sich weiß in den Nachthimmel reckende Lichtsäule erzwang diesen erbarmungslos).
Am Samstagmorgen ging es dann um 07:00 Uhr mit einem kleinen Bus des Types „Coaster“ los in Richtung Kyela an der malawischen Grenze. Sieben Uhr - das erschien zu diesem Zeitpunkt relativ früh, aber in den folgenden Urlaubstagen würde man ja sicher mal ausschlafen können. Als die beiden die Grenze um die Mittagszeit erreichten, wurde ihnen von vertrauenswürdig erscheinenden jungen Männern ein Geldwechsel zu einem guten Kurs angeboten. Den Kurs hatte Samuel natürlich vorher im Internet nachgeschaut: 10:1 - 1000 Malawi Kwacha für 10.000 Tansania Schillinge. Alles schien stimmig und so wurde, ohne erst Zeit mit unnötigen Feilschereien zu vergeuden, das erste Angebot akzeptiert und 200.000 TSH (etwa 120 €) umgetauscht. Die hilfsbereiten Geldwechsler brachten die beiden Abenteurer anschließend sogar noch auf Fahrradgepäckträgern bis zum tansanischen Grenzposten direkt am Songwe River - natürlich gegen einen kleinen Obolus.
Nachdem sie unbürokratisch ausgestempelt wurden, die Brücke über den Grenzfluss zu Fuß überquert und ihre kostenlosen Touristenvisa für Malawi im Pass hatten, wurde ihnen beim Mittagessen durch ein weiteres Geldwechselangebot der Appetit etwas verdorben: 10:1,4 – verhandelbar. Eine Stunde hatte Reisegruppe Blauäugig durch die verschiedenen Zeitzonen gewonnen - und etwa 40 € Euro beim wechseln verloren. Deprimieren wollten sie sich davon nicht lassen, denn: „Ein bisschen Schwund ist immer.“, und wie Joschka es im Assi-Toni-Stil ausdrückte: „Wir hauen die Kohle raus!“
Die erste Lektion über afrikanische Grenzübergänge: Schwarzmarkt (= reelle) Wechselkurse können offizielle Kurse auch mal übersteigen und: Feilschen, warten, feilschen! Von der Grenze brachte sie ein Sammeltaxi nach Karonga, wo Samuel die Ehre hatte, den ATM der nördlichsten Bank Malawis südlich der Sahara um den Höchstbetrag (etwa 100 €) zu erleichtern. Dann ging es ohne weitere Unterbrechungen mit dem rasenden Minibus durch die Weiten des Malawischen Nordens, begrenzt durch das Blau des Malawisees im Osten und der Nyikaberge im Südwesten. Das bemerkenswerteste am verschlafenen Fischer- und Hafendorf Chilumba ist wohl die echte Dusche im Guest House und die unerschöpfliche Verfügbarkeit von „Chibuku Shake Shake International Beer“ (http://www.bbc.co.uk/dna/h2g2/A965036).

Beim Buchen der teuren Schiffkabine für die Weitereise fiel leider auf, dass das Geld knapp werden könnte und die Protagonisten wurden so in eine Phase der monetären Verwirrung gestürzt, da sie nicht sicher waren, in welchem Kwacha-Kurs sie denn nach der Wechseltragödie rechnen sollten. So fiel die für Sonntag angesetzte Tagestour zur Livingstonia Mission und den Wasserfällen ins Wasser und es wurde stattdessen noch einmal zurück nach Karonga gemacht, um erwähnte Rekordbank ein weiteres mal aufzusuchen. Halb so schlimm: Bei der Rückfahrt durch Malawi über Land würde sich sicherlich ausreichend Gelegenheit bieten, die Mission nachzuholen.

Bilder von Chilumba, hier

06.06., Chilumba

Es sitzt einer auf dem Steine
Anders und fremd
Ein Jucken am linken Beine
Krabbelndes unterm Hemd

Er schlägt nach Moskitomücken
Denkt an Preise und Betrug
An Landeswissenslücken
Und wer wohl die Wirtin Schlug

Zwischen staubig’ Füßen
Beisst es rot und klein
Für Unachtsamkeit muss man büsen
Sie besitzen diesen Stein

Gedicht von dem durch Ameisen gepiesacktem Samuel

07.06., Chilumba / 08.06., Ilala

Schwarzes Wasser weiße Gischt
Goldgrauer Sand im Neonlicht
Der Würgebaum dämmert
Menschen erwachen belämmert
Putzen Zähne, das Gesicht

Der Glühwurm schiebt sich näher
Nach 10 Stunden (ohne Gewähr)
Laut beschallt im Schlafwarteraum
Ohne Schlaf kommt auch kein Traum
Doch Warten ärgert lang nicht mehr

Vorm Wurm geschluckt auf tiefen Blau
Oh Malawisee, du schöne Frau
Faltenberge und Dörfer fangen
Blicke durch weiß lackierte Stangen
Distanziert zur Armutsschau

Poet Samuel über die Ankunft der Ilala bei Nacht

Der Ritt auf der Ilala

Von Chilumba nach Monkey Bay

Alles eingestiegen! - Die Ilala am Steg von Nkhata Bay

Die Ilala wurde 1949 in Scotstoun in der Nähe von Glasgow gebaut. Über See, Straßen und Schienen wurde das mehrere Tonnen schwere Schiff in Einzelteilen an das Ufer des Malawisees geliefert, wo es zusammengesetzt wurde und seitdem wöchentlich den See auf und ab fährt. Meistens ist sie pünktlich, doch manchmal verspätet sie sich. Wie auch in dem Fall der beiden mutigen Seebären Samuel und Joschka. Ursprünglich sollten sie am Sonntagabend das Schiff ihrer Träume besteigen und Sonntagnacht den Hafen von Chilumba in Richtung Nkhata Bay verlassen. Jedoch hatte die Ilala Verspätung. Samuel und Joschka brachten ihr Gepäck in den Aufenthaltsraum des Hafens und begaben sich in die „Stadt“ Chilumba um dort etwas zu Essen und die Wartezeit sinnvoll zu nutzen. Dies gelang ihnen auch sehr gut. Sie kehrten in einer einladenden Bar ein und tranken dort einige Bier. Später überzeugte Joschka am Pooltisch und Samuel forderte den heimischen Baokönig heraus, der ihm umgehend einige Lektionen erteilte. Danach gesellte sich ein Mann zu Ihnen, der die Beiden auf ein Carlsberg Stout und ein Gespräch einlud. Er stellte sich als ein frischgewählter Member of Parliament vor und wollte von ihnen Informationen über Hilfsorganisationen erhalten. Ebenso war er sehr intressiert an den Projekten der Beiden. Sein Ziel war es einige neue Projektstellen im Norden von Malawi zu errichten. Hauptsächlich im Bereich Bildung und Gesundheit. Er bot den beiden Tansaniafreiwilligen an, ihnen zwei mögliche Projektstellen zu begutachten. So stiegen sie in seinen fast neuen Landrover und fuhren um halb elf in der Nacht zu einer Boarding School in der Nähe von Chilumba. Teilweise war noch Licht in den Unterrichtsräumen und der Unterricht war noch nicht zu Ende, als die drei Personen über das Schulgelände schlichen. Als sie bei den Jungenschlafräumen ankamen war es vorbei mit der Unauffälligkeit. Die Schüler begrüßten den Member of Parlament und die beiden Tansaniafreiwilligen freundlich und zeigten ihnen ihre Schlafräume. 70 Jungen schlafen gemeinsam auf Etagenbetten in einem Raum. Ansonsten war die Anordnung der Gebäude und die Schule sehr ansehnlich. Nach der Schule besichtigten sie noch ein Krankenhauskomplex. Allerdings nur von Außen, um die kranken schlafenden Leute nicht zu stören. Danach ging es zurück in das Hafendorf Chilumba, wo Adressen ausgetauscht wurden. Nach einem Abschlussbier kehrten Samuel und Joschka zurück in den Schlafraum des Hafens und legten sich auf dem kalten Asphaltboden zum Schlafen. Kurz vor dem Sonnenaufgang wurden sie durch die Rufe eines Hafenarbeiters geweckt. Das Schiff käme nun an. Am Horizont waren die Lichter des Schiffs auch in der Dunkelheit zu erblicken. Eine halbe Stunde später lag es stolz im Hafen. Der Hafenmeister zeigte Samuel und Joschka ihre First Class Kabine, wo sie ihr Gepäck verstauten. Nach einer kurzen Begutachtung des Decks und der sanitären Anlagen, legten sich die beiden wieder schlafen. Die Tage an Deck sind schnell erzählt. Sie bestanden zum größten Teil aus Ausruhen, Schlafen, Essen, dem Bestaunen der wunderschönen Landschaften und lebhaften Treiben an den kleinen und mittelgroßen Häfen, wo Leute und Ladung in das ein-,aus- und verladen wurden. Eine weitere Aktivität an Bord war das Spielen. Samuel und Joschka lieferten sich erbitterte Schlachten im Bao, Schach und Canasta. Auch mit den anderen Backpackern spielten sie fleißig Karten und führten dabei intressante und lustige Gespräche. Unter anderem trafen Sie dort ein kanadisch-australisches Pärchen und das „Reiseduo“ Guilherme und Graham. Guilherme kommt aus Brasilien und hat sich den Traum einer Weltreise verwirklicht. Von Südafrika aus startete er seinen Trip. Über Botswana, Namibia und Sambia kam er nach Malawi auf die Ilala. Von Malawi aus wollte er durch Mosambik nach Tansania reisen. Über Ostafrika, Nordostafrika und den mittleren Osten will er sein Reiseziel Indien erreichen.
In Südafrika schloß sich ihm Graham an, den reiselustigen kanadisch-britischen Couchsurfer (über 55 Einträge), der nach seinem Philosophie Studium durch die Welt reist und dort bleiben will wo es ihm gefällt. Diese Personen trafen Samuel und Joschka auf ihrer Reise an verschiedenen Orten wieder. Zwei Bootanekdoten dürfen zum Ende dieses Abschnitts nicht unerwähnt bleiben:
1) Am letzten Nachmittag sonnten sich die Beiden an Deck der Ilala und die Bedienung brachte ihnen die Karten für das Abendessen. Nach fünfminütigem innerem Kampf zwischen Reis, Ugali und Pommes mit den Beilagen Huhn, Geschnetzeltem oder Fisch teilte sie ihnen mit, dass es an diesem Tag nur Hühnchen mit Reis gäbe. Danach fragte Sie Joschka und Samuel was Sie denn dann nehmen würden. Mangels Alternativen fiel ihre Wahl auf Hühnchen mit Reis. Dies schien sie wohl etwas zu erstaunen weswegen sie nochmals nachfragte, ob sie auch wirklich Hühnchen mit Reis haben wollten. Nach einer abermaligen Bestätigung der Bestellung Hühnchen mit Reis, nahm die Bedienung die Karten an sich und machte sich auf in die Küche. Das Essen,auch das Hühnchen mit Reis, war durchaus sehr gut und schmackhaft.

2) Die zweite Anekdote ereignete sich in der Nacht nach der Ankunft in Monkey Bay.
Das Schiff erreichte den Zielhafen von Monkey Bay erst am Abend und eine Weiterreise wäre in den der Nacht unmöglich gewesen. Nach einer Vereinbarung mit dem Captain war es Samuel und Joschka gestattet noch eine weitere Nacht in der Kabine zu nächtigen und das Schiff erst am nächsten Morgen zu verlassen. So schliefen sie tief und fest als es um ca. 2 Uhr nachts an ihrer Kabinentür klopfte. Es war ein Immigration Officer der zur nächtlichen Passkontrolle ausrückte. Er wollte “two passports“ sehen. Da es sich um zwei Personen handelte erschien alles wie Routine. Nachdem Joschka und Samuel ihm ihre Pässe gaben, kontrollierte er sie sehr genau. Joschka bekam seinen Pass mit den Worten “You are OK“ zurück. Samuel wurde von ihm etwas heftiger angeraunzt “Where is your second Passport??“. Nach mehrmaligen Beschwören, dass Samuel keinen zweiten Pass besitzt und das es sich um eine Verwechselung handeln muss, gab er auch Samuels Pass zurück und folgte unserem Tipp dass auf dem Deck noch andere Backpacker schliefen. Am nächsten Morgen folgte dann die Aufklärung...

Bilder von der Ilala, hier

„Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,
Behaart und mit böser Visage.
Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt
Und die Welt asphaltiert und aufgestockt,
Bis zur dreißigsten Etage.
Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn,
In zentralgeheizten Räumen.
Da sitzen sie nun am Telefon.
Und es herrscht noch genau derselbe Ton
Wie seinerzeit auf den Bäumen.“

Dieses Gedicht ist nicht von Samuel...von wem ist das denn nochmal?

Eine Reise mit Hindernissen

Von Monkey Bay, über Cape Mc Clare und Mangochi, nach Cuamba, Mosambik
Joschka mit Fahrradtaxi an der Grenze Malawi - Mosambik

Nach dem Verlassen des Schiffes wechselten die beiden Helden in Monkey Bay wiedermals Geld. Dieses Mal jedoch zu einem annehmlichen Kurs. Das nächste Ziel lautete Cape Mc Clare. Auf der Ladefläche des Transporters trafen Sie Graham und Guilherme wieder. Während der normalen Wartezeit gesellten sich einige malawische Schmuckhändler zu den Reisenden, welche ihren Chic loswerden wollten. Ketten, Bilder, Postkarten und Ringe im afrikanischen Style wurden preisgeboten. Um den Preis zu drücken erklärte ihnen Joschka, dass es denselben Schmuck in Tansania für ein Viertel des Preises gäbe. Daraufhin fühlten sich die Händler etwas in Ihrer Ehre gekränkt und erklärten, dass man Malawi und Tansania nicht vergleichen könnte, auch nicht was Kunstpreise angeht. Ihre Formel lautete “different culture, different prices!“. Das Argument, dass Joschka den Schmuck dann lieber für kleines Geld kaufen würde, zog und die Händler verschwanden und der “Choppa“ fuhr los. In Cape Mc Clare angekommen erkundeten die Reisenden erstmal ihre Umgebung und die Essensmöglichkeiten.Guilherme tat einen sympathischen Herrn auf, der anbot für die Abenteurer zu kochen. Das vielversprechende Speiseangebot mit frischen Fisch, Reis, Maisbrei (Sima bzw. Ugali) und Hühnchen sowie das nette Ambiente bei einer “echten afrikanischen Familie“ würden den etwas überteuerten Preis schon rechtfertigen, so wurde zugesagt. Nach einem traumhaften Sonnenuntergang begaben sich die Hungrigen in die Behausung des Wirtes. Das Essen führte zu einer leichten Enttäuschung und rechtfertigte den Preis nicht. Das Hähnchen entpuppte sich letztendlich als Ente und war noch das Beste am ganzen Essen. Der Fisch war klein und halbverkohlt und der Reis genauso trocken wie der Sima. Das intressanteste war neben den Ratten, die dauerhaft an der Decke zu bewundern waren, die Thesen unseres Gastgebers. So erklärte er der staunenden Menge, dass er jeden Monat zweimal Malaria hätte. Die weitverbreitete Meinung, dass man Malaria durch Mückenstiche bekommt, entlarfte er als Lüge. Seine ärztliche Ursachenforschung ergab dass die Malaria vom Wind abhängig ist. Wenn es stark windet, bekommen die Leute Fieber und nehmen Anti-Malaria Mittel (Coartem...). Bei keinem oder weniger starkem Wind hingegen, ist alles in Ordnung. Auf die Aussage, dass im Rest Afrikas die Ursache für Malaria ein Mückenstich sei, entgegnete er “different country, different culture – you can’t compare!“ Danach steckten die Diskussionswütigen ihre Waffen ein und gaben auf.

12.06., im Bus zwischen Monkey Bay und Mangochi

Ein alter Mann geht auf Reisen
Im Baobabwald
Die Tochter geleitet ihn, gibt ihm Halt
Trägt einen Holzstuhl für den Greisen

So sitzt er – sie steht
Und wartet mit dem schwachen,weisen
Während die Sonne durch’s blaue geht
Dann kommt der Bus (mit uns, den Weißen)
Behutsam hilft sie ihm hinein
Nimmt den Stuhl und geht: aufrecht, zart und klein

Am nächsten Morgen ging in es in aller Herrgottsfrühe mit einem Minibus weiter nach Mangochi, der letzten Stadt vor der Grenze zu Mosambik. Nach einem zünftigem Frühstück (Hähnchen mit Chipsi, aus einem der beeindruckenden Barbeque- Tische mit eingelassenem Wok) ging es auf der Ladefläche eines Transporters weiter in Richtung Grenze, wo sie den Todd-Man und Eva kennenlernten. Todd kommt aus Texas und entspricht auf dem ersten Blick (und vielleicht auch den 2. und 3.) dem Bild eines Prototyp Amerikaner. Er arbeitete eine Zeit lang im Irak, allerdings nicht als Soldat, sondern als Lieferant für Munition und Waffen, im Kampf der Allianz gegen die Achse des Bösen. Cowboy Todd lebte auch eine Zeit lang in Skandinavien und die letzten Jahre studierte er in Spanien, wo er sein Herzblatt Eva bzw. “Ebaah“ gefunden hat. Im weiteren Verlauf der Reise sah sich Todd-Mam allerlei Fragen zur amerikanischen Kultur und Georg W. Bush und warum in Amerika Fußball so unpopülär sei, ausgesetzt. In seiner ihm eigenen Art entgegnete er zum Thema Bush “I’ve voted him for the first and the second time and I even tried it the third time!“. Er selbst mag Fußball sehr gerne, die mangelnde Beliebheit in seinem Mutterland erklärte erfolgendermaßen: “A lot of children play soccer in Amerika. But, you know, there is a point in life where you have to decide if you want to be man and then you start to play american football!“.

Am malawischen Grenzposten angekommen, stempelte die multikulturelle Reisegruppe problemlos aus. Danach sattelten sie um aufs Fahhrad, um.die 3 km Kilometer zum mosambikanischen Grenzposten und von dort weitere 8 km zum nächsten Dorf mit Bushaltestelle zurückzulegen. Ein anderes Transportmittel als dem Fahhrad gibt es im Niemandsland zwischen diesen Ländern nicht. Die Auswahl der Fahrradfahrer glich einem Oligopol, so dass der Preis für die Strecke auf günstige 50 Malawi Kwacha (0,50 €) purzelte. Ungemütlich aber zweckmäßig reiteten Cowboy Todd und Co auf dem Rücken der drahtigen Rösser in Richtung Mosambik. Am mosambikischem Grenzposten angekommen, wurden in aller Ruhe nacheinander alle Visa ausgestellt. Danach sollte der Ritt fortgesetzt werden, doch die Pferde streikten. So verlangten die Fahrradfahrer statt der ausgemachten 50 Malawi Kwacha auf einmal 50 Mosambikische Meticas(1,32 €). Bei der folgenden Diskussion ging es nicht um die Differenz von einem 1 €, sondern um die hinterhältige und betrügerische Art und Weise der Fahrradfahrer.Guilherme genoß es sichtlich wieder Portugiesisch sprechen zu können und diskutierte sehr engagiert. Geholfen hatte es erst nichts. Doch das Blatt wendete sich als sich ein Pick-Up vorbeikam und Guilherme dem Fahrer unsere missliche Situation erklärte. Der Fahrer bot den Betrogenen an, Sie umsonst mit ins nächste Dorf zu nehmen. Eine Minute später saß der Reisetrupp auf der Ladefläche des Pick-up’s und freute sich, dem hinterhältigen Geschäftsgebahren der Fahrradmafia entkommen zu sein. Diese regten sich natürlich auf und forderten nun für die schon zurückgelegten 3 km 200 Malawi Kwacha. Dies wäre der normale Preis und jeder Kunde müsste zahlen. Die Reisegruppe stimmte dem entnervt zu und jeder gab seinem Fahrer 200 Malawi Kwacha. Jeder? Nein, Joschka zahlte die Zeche für seine andauernde Verwirrtheit im Umgang mit Malawischen Kwachas. Statt 4 x 50 er Scheine gab er seinem Fahrer 4 x 500 er Scheine. Umgerechnet entspricht das ca. 20 €. Für den Rest der Fahrt war ihm der Spott seiner Wegbgleiter sicher.

Im nächsten Dorf angekommen warteten auch schon zwei Minibusse auf ihre Fahrgäste. Beide Konduktoren der Minibusse waren sehr bemüht die ankommenden Gäste in ihr Gefährt zu locken. Die Reisegruppe entschied sich für das Vehicle des nüchternen Conductors. Dies erwies sich als Fehler, denn 23 km später hatte das Vehicle die erste Reifenpanne. Der Ersatzreifen wurde zu Gunstem von zusätzlichem Gepäckstauraum zu Hause gelassen, so wurde der kaputte Reifen abmontiert und zur Werkstatt gerollt. Die ungeplante Pause nutzen die Reisenden zum Fußballspielen mit den Dorfkids, dem Kartenspielen und dem Trinken von Sodas. Nach 3 ½ Stunden Wartezeit ging es weiter. Doch der geflickte Reifen hielt nicht allzu lange. Ca. 10 km weiter platzte er erneut. Das nächste kleine Dorf wurde auf der Felge erreicht. Eine erneute Reperatur war dieses Mal unmöglich. So mussten unsere Helden in der “Wildnis“ übernachten. Für die “Luxuscamper“ war dies keine große Herausforderung, denn sie hatten ja ihre Zelt dabei. So bauten Todd und Eva sowie Guilherme und Graham ihre 2-Mann Behausungen auf und murmelten sich in ihre Schlafsäcke. Die beiden deutschen Eichen gesellten sich, zu den afrikanischen Mitfahrern in die Markthalle, auf die Bambusverkaufsstände. Diese hatten zwei entscheidende Nachteile. Nachteil Nummer 1 war das es auf den 40 cm hohen Verkaufständen einfach nicht warm wurde und Nachteil Nummer 2 war, dass sobald sich irgendjemand auf den Verkaufstständen bewegte, sich alle Bambusstäbe mit bewegten, was zur Folge hatte, dass man die Spitzen der Bambusstäbe jedesmal aufs Neue kennenlernte. Nach einer sehr kurzen und grausamen Nacht erwachten Samuel und Joschka. Während die Anderen noch schliefen zählten sie ihre Prellungen, machten etwas Morgengymnastik und erfrischten sich am lokalen Brunnen, mit warmen Brunnenwasser. Kurz darauf, hielt ein vorbeifahrender Pick-Up an und brachte die 6er Gruppe nach Cuamba.

Bilder von Cape Mc Clare, hier

Bilder von Mangochi und der Fahrt nach Cuamba, hier

Caminhos de Ferro de Moçambique

Von Cuamba nach Nampula

Samuel im Zug von Cuamba nach Nampula

Cuamba ist eine etwa 75.000-Einwohner starke Stadt im Norden Mosambiks. Geprägt durch die bis 1975 andauernde portugiesische Kolonialisierung und die strukturelle Vernachlässigung des Nordens glänzt sie mit verkommenen Parkanlagen, zweispurigen aber ungeteerten Alleen, einem „Luxushotel“, einem guten Brötchenbäcker, Inderläden mit Bockwurst und Fruchtsaft, seltsamerweise sehr schnellem Internet und einem Bahnhof. Unsere kleine Reisegruppe, bestehend aus Eva, dem Todd-Man, Graham, Guilherme, Joschka und Samuel erfreute sich an dieser ihrer ersten Mosambikischen Stadt, auch wenn die AK47 in der Fahne des Landes, das sich 1976 bis 1992 im Bürgerkrieg befunden hatte, den einen oder anderen etwas befremdete.

Die Tickets für den alten südafrikanischen Zug (Caminhos de Ferro de Moçambique, Nacala- Lichinga Strecke) für ein 6er-Abteil in der 2. Klasse (1. Klasse nicht vorhanden) kosteten etwa 10 € pro Person. Abfahrt: 05:00 Uhr am Sonntagmorgen. Von den vorhergegangenen Abenteuern erschöpft begaben sich Graham, Guilherme, Joschka und Samuel nach wenigen Bieren um 6 Uhr abends zu Bett, auch wenn die dröhnende Musik der angrenzenden Bar den Schlaf noch eine Weile fern hielt. Um halb 2 am nächsten Morgen klingelten die Wecker. Die vier erhoben sich mühsam von ihren Lagern, schlürften halb nackten Damen begegnend zum Bad (die Unterkunft hatte sich als Stundenmotel entpuppt) und gingen dann in einen Nachtclub, wo ein Tanzwettbewerb stattfand und südafrikanische House-Musik di Luft zum vibrieren brachte.

Von der Disko ging es dann direkt zum Zug, wo mit interkulturellen Diskussionen über George Bush und Malaria, mit Kakerlakeninvasionen, Dieben und einem Lokomotivenausfall für reichlich Unterhaltung gesorgt war. Es begann damit, dass Todd die Abwesenheit seines Geldbeutels bemerkte und erstaunt feststellen musste, im Bahnhof zum ersten Mal im Leben Opfer eines Taschendiebstahls geworden zu sein. Nach einigen äußerst amerikanischen Fluchen war die Sache aber fast schon vergessen und der Zug setzte sich um 6 Uhr tatsächlich langsam in Bewegung Richtung Osten. Die Landschaft zwischen Cuamba und Nampula ist durch zahlreiche faszinierende Vulkansteinformationen geprägt, die grau und spitz in den blauen Himmel des nordmosambikischen Hochlandes ragen. Der Reiseführer warnt vor Landminen, die etwaige Besteigungen je beenden könnten. Nach einigen Stunden fahrt blieb der Zug leider liegen, da die Lokomotive kaputt gegangen war. Die meisten Menschen stiegen aus dem Zug und auch unsere Helden setzten sich zum gemütlichen Kartenspiel auf die Gleise. Schon bald kamen die ersten geschäftstüchtigen Dorfbewohner mit Bananen, Erdnusszuckerteilchen und anderem Gebäck, welches körbeweise vernichtet wurde. Irgendwann gegen mittag kam dann tatsächlich eine Ersatzlok, so dass die muntere Fahrt weiterging. Mittlerweile leugnete der Texaner Todd die texanische Identität von Bush (mit Recht) und Guilherme hatte alle anderen von den Vorzügen der portugiesischen Sprache und der blühenden Zukunft Brasiliens überzeugt. Bei einem abendlichen Stopp in einem kleinen Dorf (es war bereits dunkel) fragte er einen jungen Mann mit blutunterlaufenen Augen, wie weit es denn noch bis Nampula wäre. Dieser gab auch bereitwillig Auskunft, hängte sich dann in das offene Abteilfenster und fragte höflich nach der Uhrzeit. Als daraufhin niemand sein Handy aus der Tasche holte, um nachzuschauen, begann er mit einer Hand nach irgendetwas in Reichweite zu tasten, bis Todd ihm einen beherzten Schubs gab, der den neuen Freund im Staub neben den Schienen zurücklies.
In Nampula, der drittgrößten Stadt Mosambiks angekommen, war der Abend schon weit vorrangeschritten und die sechs machten sich im Dunkeln auf Zimmersuche. Die sehr moderne Innenstadt erinnert an Südafrikanische Stadtzentren mit mehrstöckigen Kastenbauten und jungen Indern, die sinnlos die Tänke ihrer getunten Autos leerfahren. Es kam zu zwei interessanten Begegnungen. Die erste mit einem arbeitslosen Mann, der fließend Deutsch sprach und im Zuge sozialistischer Kooperationen mehrere Jahre in der damaligen DDR gearbeitet hatte. Die zweite Begegnung erfolgte an einem beinahe verlassenen Kreisverkehr. Dort standen zwei hühnenhafte Militärpolizisten in Khaki und schußsicheren Westen, bewaffnet mit dem bereits erwähnten Wappenschmuck Mosambiks. Guilherme hielt es für die best mögliche Verhaltensweise, einen der beiden höflich nach einem günstigen Hotel in der Nähe zu fragen. Die etwas weniger höflich ausfallende Antwort beschränkte sich auf „Passports!“. Kurz darauf erschien augenscheinlich der Befehlshabende, sammelte die Pässe ein und verschwand damit um's Eck. Nach längerer Diskussion, in deren Verlauf der Offizier unser gesammtes Gepäck durchsuchen und uns gründlich filzen wollte, erhielten wir durch die herzerweichenden Geschichten Guilhermes endlich unsere Pässe wieder und durften endlich schlafen gehen.

Bilder von Cuamba und der Zugfahrt, hier

“Flucht“ zur Ihla du Mocambique


Von Nampula über Ihla du Mosambique nach Pemba

Das Krankenhaus von Ihla du Mocambique

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker abermals früh. 66,6 % der Reisegruppe (Todd und Eva fuhren nach Pemba) machten sich auf in Richtung Ihla du Mocambique. Die kleine Stadt und Insel liegt vor der Küste Mosambiks und ist Namensgeber des Landes sowie seit 1991 UNESCO Weltkulturerbe. Die Insel ist über eine schmale Brücke mit dem Festland verbunden. Neben vielen alten Kolonialgebäuden (Hafen, Gericht und Krankenhaus) ist ein altes Fort, eines der Highlights der Insel. Die Mitte der Insel liegt etwas tiefer als die Straßen drumheurm. Das liegt daran, dass zum Bau des Forts viele Steine benötigt wurden, welchen von den Sklaven aus der Mitte der Insel geschlagen wurden.Doch bevor unsere Recken dies genießen konnten, mussten sie Nampula verlassen. Dies geschah wieder einmal nicht ohne Vorkommnisse. Auf dem Weg zum Busstandi passierten sie den Bahnhof. Auf der anderen Straßenseite war eine kleine städtische Polizeieinheit (6-8 Polizisten) dabei die Papiere der Markthändler zu kontrollieren. Händler ohne Papiere wurden mit aufs Revier genommen. Dieser Vorgang erzürnte jedoch die anderen Händler und die lokale Bevölkerung. So sah sich die Polizei einem wütendem Mob gegenüber, welcher versuchte die verhafteten Händler vom Polizei-LKW zu ziehen. Die Polizisten setzten ihre Knüppel ein und entkamen letztendlich dem Steine werfenden Mob. Ein Einheimischer in unserer Nähe erklärte uns dass so Etwas häufiger vorkäme. Am Busstandi angekommen, checkten die Gruppe im “Suaheli Coaster“ zur Ihla de Mocambique ein. Samuel und Joschka waren sehr erfreut, dass die Besatzung des Coasters, Kisuaheli sprach. Sie genossen es sehr die ersten “Mambo’s“ und “Poa’s“ nach knapp 2 Wochen auszutauschen. Während der Fahrt gab es mehrere Polizeikontrollen, wo die “Wazungu“ auch jedes Mal ihre Pässe vorzeigen durften. In Ihla de Mosambik angekommen, schlugen die Vier ihr Quartier vor der Brücke in einem kleinen etwas überteurtem von einer älteren Gold Diggerin geleitetem Campingplatz mit Guesthouse auf. Beim abendlichen Spaziergang am Strand geschah noch ein Unglück der besonderen Art. Während Guilherme mit den Kindern des naheliegenden Fischerdorfs tanzte, trat Joschka auf eine der am Strand vergrabenen Landminen. In weiten Küstenteilen Mosambiks spart sich die lokale Bevölkerung die Kosten für eine Toillete und erledigt ihr Geschäft bei Ebbe am Strand. So ist es nicht unnormal viele Leute mit einer Schaufel am Strand Löcher graben zu sehen. Die Flut übernimmt dann die Aufgabe der Spülung und reiningt den Strand. Folgende Strandspaziergänge fielen nach dieser Erfahrung aus. Am darauffolgenden Tag wurde die Insel zu Fuß besichtigt. In der Nacht danach mussten die 4er Bande mal wieder früh
aufstehen. Um 3 Uhr in der Frühe klingelte der Wecker um mit dem gechaterten Choppa zu einer Kreuzung zu fahren, wo um 6 der Bus in Richtung Pemba abfuhr. Pemba ist eine etwas größere Stadt im Nordwesten Mocambiques. Es liegt direkt an der Küste auf einer kleinen Landzunge. Traumhafte Strände sowie ein kleiner Flughafen machen Pemba zu einem bequemen Reiseziel.

Bilder von Ihla de Mosambik, hier:

Bilder von Pemba, hier:

Segeln wie zu Opas Zeiten

Mit einer „Dau“ von Pemba nach Ibo

Sam vor einer traditionellen Dau im Hafen von Pemba

v.l. Ein Crew-Mitglied, Guilherme und Graham auf der Dau

Am 18. Juni gegen 10 Uhr abends bestiegen die vier in Pemba eine sogenannte Dau, ein traditionelles Holzsegelboot, wie es seit hunderten von Jahren unverändert an der ostafrikanischen Küste verwendet wurde und wird. Den Preis für die bei gutem Wind geschätzten 12 Stunden Fahrt zur Insel Ibo im „Arquipelago das Quirimbas“ im Indischen Ozean konnten sie mit Hilfe ihrer vereinten Portugiesisch- und Swahilikenntnisse auf knappe 5 Euro pro Person herunterhandeln. In Schlafsäcke und Decken gewickelt warteten sie dann gemeinsam mit der Crew und ein paar anderen Passagieren auf die Flut. Um Mitternacht war es endlich so weit. Während Guilherme und Graham sich dank mangelnder Swahilikenntnisse guten Gewissens schlafend stellen konnten, fühlten sich Joschka und Sam bald genötigt, beim Vom-Strand-Schieben des etwa 10m langen Segelbootes behilflich zu sein. Trotzdem ging es nicht vorran. Schließlich tat man sich mit Leuten zweier anderer Daus zusammen und konnte so ein Boot nach dem anderen in die Tide drücken. Etwa hundert Meter vom Ufer entfernt dümpelten die Boote noch bis 3 Uhr morgens faul herum, bis dann mit dem abfließenden Wasser und je einem gesetzten beinahe-dreiecks Segel Fahrt gen Norden aufgenommen werden konnte. Im Morgengrauen wurde Joschka seekrank und fütterte ersteinmal die Fische, was auch einige
Delfine anlockte, die es leider nicht wagten, näher heran zu kommen. Eine Deckhand entfachte einen kleinen Holzkohlegrill und schon bald köchelte das Teewasser fröhlich vor sich hin, da wurde Samuel von einem anderen körperlichen Bedürftnis in Zugzwang gebracht: dem Stoffwechsel. Beim ersten Versuch, sich mit dem Hintern zu erst über die Reling zu hängen, gab das Seil, an dem er sich festhielt, Stück für Stück nach, so dass er schon in den Wellen saß, als zwei Helfer ihn wieder an Bord hieften. Beim zweiten Mal wurde alles besser geplant. Zwei Bambus-Stakstangen wurden als Stützen und Griffe in die Rehling gestellt, so dass er auf beiden Seiten komfortabel Halt finden und sich endlich – unter den Blicken der amüsierten Mitreisenden – erleichtern konnte. Nach einigen Tassen Schwarztee mit schwarzem Pfeffer, unzähligen „portugiesischen“ Brötchen, einigen Stopps an anderen Inseln des Archipels und traumhaft schönen Küstenstreifen und Mangrovenwäldern erschien nach 15 Stunden auf dem Wasser endlich das weiß getünchte „Fortareza“ Ibos am Horizont... Eine neue Heimat war gefunden – zumindest für eine Woche.

Hier geht es zu den Bildern von der Dhow Fahrt

Ibo

Ein altes portugiesisches Haus auf Ibo



18 kg Garopa

Die etwa 4 mal 6 km kleine Insel Ibo im indischen Ozean wurde zu dem Ort, an dem die Reisenden während des gesamten Trips die längste Zeit am Stück verbringen sollten, hatte Guilherme doch vorher nach mindestens zwei Nächten am gleichen Ort stets verkündet: „I feel like moving!“

24.06.09 Ibo, Mosambik

Zwischen zwei Blaus, grüner Gleis
Viertausend Leben nach Ebbe und Flut
Fischklischees und traumes Lieder
Von sechs bis sechzehn Sonnenglut

Und immer wieder
Bezeugen vier Pfeiler die Kolonie
Dreckiges, verwittertes Weiß
Heute des Franzosen Sodomie

Da der Untergrund der Insel hauptsächlich aus Sand und Korallenstein besteht, kann kaum etwas kulinarisch verwertbares angebaut werden. Die Dorfbewohner leben vom Fischfang und vom Tourismus. So zieht neben der natürlichen Vielfallt des Quirimba-Nationalpark auch das historische Erbe einige Touristen nach Ibo (im Vergleich zu Unguja (Sansibar) sind es sehr wenige). Den Mangel an frischem Obst und Gemüse konnten die Reisenden durch den Genuss von frischen und günstigen Meeresfrüchten kompensieren: Neben einem 18-kilo Garopa (in Form von Grillfisch, fritiertem Fisch und Fischsuppe) landeten auch Kalamari, Krabben in der Größe von Frisbees und arabische Dosentomaten in ihren Kochtöpfen – alles für den Pauschalpreis von einem knappen US-Dollar pro Kilo. Zwischendurch hielt sie der „Fressmarkt“ am Leben, auf dem Frauen und Kinder selbst gemachte Leckereien feil boten. Ihre Zeit vertrieben sie mit Durchfall, Schwimmgängen, Watt- und Mangrovenwanderungen sowie Tauch- bzw. Schnorchelausflügen zu den bezaubernden Korallenriffs des Archipels. Dabei lernten sie auch Hans kennen, einen Deutschen Alt-Kolonialisten, der auf der Nachbarinsel Quirimba eine Kokosnussplantage leitet. Ein Highlight stellte der Inselfeiertag am 24. Juni dar, bei dem mehrere Ereignisse für Aufregung sorgten. Schon an den Tagen vor dem Jubiläum wurde mit verschiedenen Aktionen für Partystimmung gesorgt, etwa mit einem Inselmarathon, dem (außer den etwa 15 LäuferInnen) niemand Aufmerksamkeit schenkte und zwei kostenpflichtigen Diskotheken, wobei am Abend des 23.Juni um etwa 21:00 Uhr, gerade als die Stimmung der Tänzer den Höhepunkt erreichte und genau eine Minute nachdem unsere Helden ihren Eintritt bezahlt hatten, plötzlich die Boxen zusammenbrachen und alle enttäuscht nach Hause oder zur anderen Disko gingen. Auffällig waren hierbei auch die Tanz-Skills der pre- und
intrapubertären Bevölkerung Ibos. So könnte es das durchschnittliche siebenjährige Inselkind mit jedem professionellen deutschen Tänzer in einem Battle locker aufnehmen. Nun, auf so einer Insel gibt es auch nicht so viel andere Ablenkung, so dass Frau meistens mit 13 oder 14 heiratet um danach eifrig neue Tanzgrößen in die Welt zu setzen. Am Feiertag selbst gab es tagsüber eine öffentliche Veranstaltung mit traditionellen Tänzen, Reden und Musik. Die Ehrengäste, ein wichtiger Politiker und einige Bürgerkriegsveteranen (Frelimo) durch AK47 bewacht wurden. Außerdem hielt Joschka und Samuel das Daurennen und Pasqual, ein neuer Gast unserer Campside, auf Trapp. Pasqual, ein rotnäßiger Franzose in den Wechseljahren, erinnerte durch sein Aussehen und seiner schleimigen Art an den französischen Kommisar schlechthin. Sein Mundwerk war nie ununterbrochen am arbeiten, was wegen seines französischen Akzents zuerst belustigte, doch schon bald nervte. Durch sein Verhalten hatte er in mehreren Reisenden unabhängig voneinander den Verdacht erweckt, ein pädophiler Sextourist zu sein. Joschka und Samuel fotografierten und filmten ihn daraufhin detektivisch und blieben als Abschreckung in Sichtweite, als Pasqual mit einigen etwa zehnjährigen Jungs schwimmen ging, die er zuvor mit Süßigkeiten angefüttert hatte. Bei der abendlichen feuchtfröhlichen Inseldisko, bei der Samuel begeistert über das San Joan-Feuer sprang und neben den beiden Diskos auch Bollywood auf Großleinwand geboten wurde, erwies sich Pasqual aber als Retter in der Not, da er den vollkommen besoffenen Kanadier Graham zu dessen Zelt trug und ihm sogar fürsorglich die Hose auszog.

Ursprünglich hatten Guilherme, Graham, Joschka und Samuel geplant, mit einer Dau, die Waren nach Mtwara in Tansania geladen haben würde, direkt von Ibo nach Tansania zu fahren. Auf dem Landweg ist Warentransport zwischen dem in der Ostafrikanischen Union (Kenia, Uganda, Ruanda, Burundi, Tansania) eingebundenn Tansania und dem sehr Südafrikanisch geprägten Mosambik kaum möglich, da nicht einmal eine Brücke über den Grenzfluß Ruvuma existiert. Leider erfuhren sie am Tag der geplanten Abfahrt von einer mindestens eintägigen Verzögerung bei der Abfahrt, so entschieden sich drei von ihnen aus Zeitgründen für den umständlichen Landweg. Graham wollte noch etwas auf Ibo bleiben um Portugiesisch zu lernen.

Für Ibobilder hier klicken

Der letzte Abschnitt

Sam am Ruvuma, Mosambikisch-Tansanische Grenze

Von Ibo über Mocimbua du Praia nach Tansania

Nach dem Übersetzen mit einer Motordau ging es auf sogenannten Chappas (Menschen-LKWs), Liftis (auf der offenen Ladefläche eines LKWs und hinten auf einem Pick-Up) an einem Tag bis nach Mocimbua du Praia. Dort wurden die drei direkt zu einem Landrover-Fahrer weitervermittelt, der am nächsten morgen zur Grenze aufbrach und in dessem Wohnzimmer sie auch ihr Nachtlager aufschlagen konnten. Im hohen Norden Mosambiks kommt man mit Swahilikenntnissen mindestens genauso gut zurecht wie mit Portugiesisch. Die Straße zur Grenze war eine Staubpiste in desolatem Zustand und mit einigen für normale Autos schwierigen Steigungen versehen, so dass die etwa 20 auf der Ladefläche des Landrovers verstauten Passagiere sechs höchst unangenehme Stunden verbrachten und gegen Ende viele lieber aufstanden als weiterhin ihren Füßen und Sitzmuskeln beim Absterben beizusitzen. Begleitet wurde die Fahrt durch da leise wimmern eines schwerkranken Mädchens, das die Tortur auf sich nehmen musste um in Tansania behandelt werden zu können. An der Grenze versuchten die Mosambikischen Beamten noch einmal, ein bisschen Bakschisch abzustauben, doch obwohl sie Joschka wegen Besitz einer Waffe(Taschenmesser) Probleme androhten, ging alles nach längerer Diskussion sauber über die Bühne. Vielleicht lag es daran, dass Joschka großspurig behauptete, der Nachbar und Freund des tansanischen Polizeichefs zu sein. Schließlich wurde der Ruvuma mit einem Motorboot überquert und nach unkomplizierten Grenzformalitäten auf tansanischer Seite ein wiederum sehr unbequemer und überladener
Landrover nach Mtwara bestiegen.

Zu den Bilder vom letzten Abschnitt geht es hier

29.06.09 Zwischen Mtwara und Kilwa, Tansania
Die Elstern von Mtwara
Die Dornen Mosambiks
Sind die Elstern von Mtwara
Für den deutschen Kokosnusspflanzer
Wie den lila Dalla-Fahrer
Worte wie von Lanzer
Denn für's Gesetz muss man zahlen
Zahlen kann man auch für Sex
Nur Ein Euro Achtzig kila mara
Am nächsten Morgen erheben sich
Als wollten sie klagen, als wollten sie prahlen
Die schwarz-weißen Schwärme über Safariqualen
Nur zu den Tauben hüpfen sie
*
Von Mtwara fuhren Joschka und Guilherme direkt nach Dar Es Salaam, während Samuel noch einen Abstecher zum UNESCO-Weltkulturerbe Kilwa machte, wo er die historischen Ruinen von Kilwa Kisiwani bewundern konnte, bevor er weiter nach Dar und schließlich Iringa fuhr.

Zu den Bilder von Kilwa geht es hier

30.06.09 Kilwa Kisiwani in der kleinen Moschee
Gegen Ende einer Reise
Wie fühlt man sich
Gegen Ende einer Reise,
Eines Jahres?
Es gibt kein einzig Wahres,
Nur unendlich – lügt der Weise
Vögel singen wunderlich
Die Zukunft liegt schon ausgebreitet,
Unerkenntlich ausgeleuchtet
Schwer und leicht und ignorant
Das alles hat man wohl erkannt
Doch was man wirklich bräuchte,
Das blau durch's Korallenfenster leuchte...
* In der Moschee
Es sitzt einer in der Steinmoschee
Entspannt und ungekämmt
Nach Fischsuppe und Morgentee
Im grünen Lieblingshemd
Er denkt an Menschen und Inseln im Meer
Die er jetzt ein wenig kennt
An Stiche – sie jucken längst nicht mehr
Wie Mangrovenholz verbrennt
Hörst du die Kinder, die Vögel, den Wind?
Erheb dich ja nicht zu geschwind
Manche Momente sind ganz dein
Zwischen Baobab und Korallenstein

Die kleine Moschee auf Kilwa Kisiwani


Mittwoch, 11. März 2009

Reisebericht Teil II

Weihnachten 2008

Weihnachten war dieses Jahr etwas anders. Wir feierten mit allen deutschen Freiwilligen, die nicht auf Reise waren, zusammen in unserem Haus in Iringa. Felix und Lukas zauberten am Herd. Dabei heraus kam eine Ente, in einer delikaten Cherry-Pilz Sauce, die ihres gleichen suchte. Dazu wurden selbstgemachte Kroketten serviert. Ein wahrer Gaumenschmaus. Ein paar Geschenke wurden auch verteilt. Insgesamt war es ein schönes und lustiges Beisammensein. Aber die Familie hat doch ein bisschen gefehlt. 


Sylvester 2008 / 2009

Am zweiten Weihnachtsfeiertag ging es weiter nach Sansibar. Über Dar es Salam und einem Abend in Stown Town landeten wir an der Ostküste in Bweju. Dort schlugen wir unser Sylvesterquartier auf. Unsere Unterkunft hieß Mustafas Nest und war ein kleiner, von Rastas bewirteter “Bungalowpark“ . Unsere Hütten standen ca. 50 Meter vom weißen Traumstrand und dem indischen Ozean entfernt. Fast jeden Abend grillten wir am Lagerfeuer frischen Frisch, den wir tagsüber bei den Fischern kauften und saßen gesellig zusammen. In der Sylvesternacht war es genauso, nur das wir nach dem Essen auf der ,von den Rastas organisierten, Sylvester-Beach Party bis morgens halb sechs zu den Beats von Bob Marley und Peter Tosh abdancten.  Es war eine spitzen-mega-hammer-coole-bomba-swahli-mzuka Party.

Bilder von Sansibar, hier

Zwischenseminar 2009

Einen Tag nach der Sylvesterparty ging es weiter Richtung Bagamoyo, der ehemaligen Hauptstadt Deutsch-Ostafrika., Dort trafen sich 20 junge deutsche Freiwillige aus Tansania, Malawi und Ägypten zum Zwischenseminar.
Untergebracht waren wir in einem erstklassigen Seminarhotel nicht weit von der Küste entfernt. Neben verschiedenen Themen die wir bearbeitet haben, dem Austausch mit anderen Freiwilligen und Projekten, war noch genügend Zeit Am Strand zu chillen und zu baden oder die Stadt zu erkunden. Bagamoyo verfügt über tolle Museen. Wir besichtigten zwei von Ihnen. Im ersten Museum waren Dinge der Besonderen Art zu besichtigen. Z.B. die erste Batterie die 2004 am Strand gefunden wurde oder 3 Hemdknöpfe, welche 1997 am Strand für Aufsehen sorgten. Neben diesen wirklichen Knallerfunden, gab es aber auch viele intressante Dinge aus der Sklavenzeit zu bestaunen. Insgesamt war es eine schöne Woche mit vielen Gleichgesinnten. 

Mittwoch, 4. März 2009

Reisebericht Dezember 2008 - Teil 1

ich entschuldige für die Verspätung dieses Berichts und das dieser Blog zwischenzeitlich etwas eingeschlafen ist.

Reiseroute

Die “weltbeste Reise“ führte Jana (aus dem Münsteraner Waisenprojekt) und mich von Iringa aus, über Mbeya, Tunduma und einem kurzem Zwischenstop in Lusaka nach Livingstone. Von dort aus haben wir die königlichen Viktoriafälle besichtigt.
Der Tanganijkasee mit Kalambo Falls stand ebenfalls auf unserer Reiseroute. Mit dem Zug ging es von Lusaka nach Mbeya und von dort aus mit dem Bus über Sumbawanga nach Kasanga, ein Fischerdorf am Tanganijkasee.

Fahrt von Iringa -> Lusaka

Um sieben Uhr morgens ging es los, mit dem Busunternehmen CHAULA, in Richtung der sambischen Grenze. Chaula brachte uns von Iriniga nach Mbeya, von wo aus wir mit einem Coaster (größerer Kleinbus - kein Dalla Dalla) nach Tunduma, der tansanischen Grenzstadt fuhren. Dies geschah nicht ganz ohne Zwischenfälle. Auf halber Srecke brach die Bremsscheibe am rechten Vorderrad. Trotz der hohen Geschwindigkeit behielt der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug und lenkte uns sicher in die nächste Stadt. Nach 20 minütiger Reparaturpause, wobei jeder der Fahrgäste sein mechanisches Wissen zum Besten geben durfte, ging es im Höchsttempo weiter nach Tunduma. Dort wurde erstmal eine zünftige Mahlzeit in Form eines Chipsi Majai (halb gebratene Pommes-Kartoffeln in Spiegelei) eingenommen. Danach ging es zu Fuß rüber nach Sambia. Auf der anderen Seite angelangt, galt es einen der Nachtbusse nach Lusaka zu kriegen. Natürlich hatten wir keinerlei Ahnung vom aktuellen Umrechnungskurs und unglücklicherweise hatten wir auch keinerlei Kwauchas (sambische Währung). Somit war die Wahrscheinlichkeit dass wir übers Ohr gehauen werden ziemlich groß. Die Verhandlung um den Preis war wie immer mühsam. Nachdem die ersten Verhandlungen wegen des zu hohen Preises gescheitert waren und wir uns schon auf die Suche nach einem anderen Bus machen wollten, trat der Discount Manager auf den Plan. “I’m the discount manager, my friend!! Why you go away?!?! You have to talk to me! I will give you fair price! No Price for white men! 15 % discount, just for you!“. Diese Leute sind ungefähr so sympathisch wie Fußpilz. Letztendlich haben wir uns auf einen recht realistischen Preis geeinigt, wurden dann aber beim Wechseln von tansanischen Shillingi in sambische Kwauchas übers Ohr gehauen.
Der Bus war sehr gepflegt und ordentlich. Alle Sitze waren verschließbar und die Fenster ließen sich auch öffnen und schließen. Ein nicht zu unterschätzender Luxus auf einer langen Busfahrt mit wenigen und kurzen Zwischenstops. Da der Bus über Nacht bis nach Lusaka fuhr, richteten wir uns eine gemütliche Fahrt mit ein bisschen Schlaf und ein. Flasch gedacht! Es war eine Höllenfahrt. Bis ca. halb zwei in der Nacht lief der Fernseher mit diesen ultraschlechten und nervigen afrikanischen Sidcoms oder nerviger Jallamusik.
Wenn man dann mal ein wenig geschlafen hatte wurde man zur Passkontrolle von einem unfreundlichen Polizisten oder von ein bzw. aussteigenden Fahrgästen geweckt. Am nächsten Mittag kamen wir vollkommen übermüdet in Lusaka der Hauptstadt Sambias an.

Aufenthalt Lusaka

In Lusaka kamen wir am Busstandi (Busbahnhof) an. Es war der bisher schlimmste Busbahnhof den ich je erlebt habe. Überall sprachen die Leute einen an und wollten unser Gepäck tragen oder uns in ihr Taxi vermitteln. Hinzu kamen die Conductors der anderen Busunternehmen die einem noch ein Ticket andrehen wollten. Es war die Hölle, inmitten dieser ca. 20 Leute zu stehen und diese alle kein “Nein“ akzeptieren.
In Lusaka trafen wir uns mit mit Vater Simon der uns in sein Heim aufnahm. Jana hatte ihn auf dem Taisse Treffen in Nairobi kennengelernt und er hatte uns eine Schlafmöglichkeit angeboten. Das darin Rundumbetreung eingeschlossen hatten wir nicht erwartet. Er holte uns vom Busstandi ab, zeigte uns die Stadt, bewirtete uns herrlich, fuhr mit uns zur Krokodilfarm, zeigte uns die Einkaufszentren und kaufte sogar Telefonprepaidkarten für uns. Er war super lieb und herzlich, doch teilweise mussten wir ihn in seinem Fürsorgewahn etwas bremsen. Abends spielten wir mit ihm und anderen Priestern Phase 10. Wobei es sehr lustig war, dass die Afrikaner keine 10 Karten auf der Hand halten konnten und auch beim Mischen der Karten hatten Sie so ihre Probleme.

Ansonsten hatte Lusaka viel zu bieten. Viele große Einkaufszentren wo es alles gab was wir sonst nur aus Deutschland kannten. Eine Wursttheke, Süßigkeiten in Hülle und Fülle, dunkles Brot, usw.
Im Kino haben wir uns den neuen James Bond Film angeguckt. In der Stadt gibt es ein türkisches Restaurant. Dort aßen wir Döner.  Die Reptilienfarm, etwas ausserhalb von Lusaka, war auf jeden Fall seinen Besuch wert. Die vielen riesigen Krokodile waren schon etwas angsteinflößend und wenn Sie nicht hinterm zaun gewesen wären, hätte ich bestimmt schnell das Weite gesucht.

Am Sonntagmorgen dem 7.12.2008 ging es mit dem Bus - Vater Simon hatte uns die Tickets besorgt - weiter nach Livingstone. Dort hat Vater Simon zwei anderen Priester Bescheid gegeben, dass wir kommen würden. Diese sollten sich doch Mal um uns kümmern. Es sei ja schließlich viel zu gefährlich allein zu reisen.

Hier gehts zu den Bildern

Livingstone / Viktoria Fälle

Auf den Spuren Livingstones

Die Fahrt nach Livingstone verlief problemlos. Der Bus war super. Es gab sogar Getränke. Die Straße war mit Ausnahme der letzten 150 km in Ordnung. Somit war es eine schöne und nicht zu anstrengende Fahrt. In Livingstone angekommen stand dort auch schon Vater Raymond bereit der uns zu Vater Bruno brachte, wo wir wohnen durften. Vater Bruno war in einem kleinem Dorf, etwas ausserhalb von Livingstone, jedoch nicht weit weg von den Vik Falls stationiert. Da er jedoch kein eigenes Auto hatte, musste ihn sein Priesterfreund Raymond für jedes Treffen oder jedes Mal wenn er in die Stadt wollte abholen und wieder zurückbringen. Bei Bruno angekommen haben wir natürlich erstmal lecker gegessen und uns danach noch ein wenig unterhalten.
Am nächsten Tag ging es zu den Viktoria Fällen. Raymond und Bruno kamen mit uns. Sie hätten eh nichts anderes zu tun, sagten Sie. Die Messe morgens um sechs war gelesen und somit hatten Sie Zeit für uns.  Es war sehr lustig. Sie erzählten uns jede Menge Geschichten über die Vik Falls und führten uns herum. Die Viktoria Fälle an für sich sahen schon sehr sehr mächtig aus. Leider war Wasserniedrigstand, sodass nicht allzuviel Wasser die Klippen herunterstürzte.
Der Boiling Point befindet sich unterhalb der Fälle und ist ganzjährig begehbar. Bei Wasserhöchststand türmt sich dort eine riesige Welle auf. Auf dem Weg dorthin kreuzten wilde Affen unseren Weg. Sie waren nicht mal einen Meter von uns entfernt und beäugten uns komisch. Mit dem Essensrucksack auf dem Rücken hatte ich schon ein mulmiges Gefühl. Um zu unserem Ziel zu gelangen mussten wir auch einen kleinen Bach durchwaten und über mehrere Felsen klettern. Raymond machte das alles sehr locker und sprang von Stein zu Stein, während wir unsere Schuhe auszogen und durchs Wasser wateten. Bruno tat es uns gleich! Als wir Raymond fragte wieso er dies nicht täte, meinte er ganz trocken “Hier gibt es Wasserschlangen, ich habe vorhin eine gesehen!“ Auf die Frage warum er uns dies nicht vorher gesagt hat, lachte er nur. 
Der Boiling Point selbst war, trotz des wenigen Wassers, überwältigend. Es war einfach unglaublich schön.
Ansonsten waren wir noch im Livingstone Museum, spielten mit Bruno Phase 10 besichtigten Raymonds Kirche und waren mit beiden schick Essen, wo wir zufälligerweise Thomas und Charlotte trafen, die auch in Iringa leben.

Nicht vergessen darf ich folgende Anekdoten:

1) Father Raymond fuhr tanken. Nicht wie jeder normale Bürger tat er dies an einer Tankstelle. Er fuhr mit uns ca. 25 Minuten durch die Vallachhei um in einem verlassenen Hinterhof geschmuggeltes Benzin aus Botswana zu kaufen. Typisch Priester. 
2) Beim Kartenspielen zog ich mir ein kleinen Cut am Auge zu, weil mich eine Helikopterfliege angegriffen hat. Bei meiner Ausweichbewegung mit dem Kopf war die Kante des Stuhls im Wege. 
3) Auf dem Weg in die Stadt gerieten wir in eine Polizeikontrolle. Der Polizist erkannte die beiden Priester und sagte nur entschuldigend:
“Oooh, the priests – its OK!“.
4) Auf einer der Fahrten zu Brunos Dorf sahen wir ein vom Elefanten platt getrampeltes Auto. Der Fahrer war nachts zu schnell unterwegs und hatte den Elefanten gestriffen. Dieser ist daraufhin wild geworden und hat das Auto zertrampelt. Der Fahrer sowie der Elefant konnten flüchten. Am nächsten Tag lief diese Nachricht auch im Staatsfernsehn. Der Fahrer beteuerte in dem Interview nicht betrunken gewesen zu sein und nie zu schnell zu fahren. Er trinkt nie wenn er am Steuer sitzt! ;-)

Hier gehts zu den Bildern von Livingstone und den Vik Falls



Der Sprung meines Lebens

Unten donnert das Wassers des Sambesi durch die Schlucht. Im Hintergrund befinden sich die malerischen Viktoriafällen. Auf der Eisenbahnbrücke, 111 Meter über dem Boden, zwischen Sambia und Simbabwe befindet sich der zweithöchste Bunjeesjump der Welt. Am sambischen Grenzposten holt man sich eine Genehmigung für den Sprung auszureisen. Die Brücke befindet sich im Niemandsland. Vor der Brücke ist die kleine Bude mir der Anmeldung für den Bunjeejump. Die Dame dort weisst mich auf die Gefahren eines solchen Sprungs hin. Sie deutet auf eine Tafel, auf der steht wann man nicht Bunjeespringen sollte. Bluthochdruck, Herzbeschwerden, Kreislaufbeschwerden, Kniebeschwerden, Rückenleiden, etc.. Trifft auf mich alles nicht zu, insofern unterschrieb ich die Verzichtserklärung, welche jegliche Schadensersatzforderungen im Unglücksfall nichtig macht. Nachdem ich gewogen wurde und bezahlt hatte, ging es weiter auf die Brücke. Dort wurde mir der Sicherheitsgurt angelegt. Danach hieß es warten. Noch zwei weitere Springer waren vor mir an der Reihe. Ein Südafrikaner der todesmutig mit einem Rückwärtssalto absprang und ein weniger todesmutiger Typ der sich beim ersten Mal nicht getraut hat abzuspringen und im zweiten Versuch kurzerhand geschupst wurde.  Beim Betreten der Absprungfläche wurde ich direkt gesichert. Mit dem Rücken zum Abgrund musste ich mich hinsetzen und mir wurden erst einmal die Waden mit Handtüchern eingewickelt. Dies sollte den Druck auf die Füße verringern. Der Rastafari der dies bei mir tat, erzählte mir von Gott und der Welt und fragte mich tausend Mal belangloses Zeug. Die wichtigsten Informationen die ich aufschnappte waren: “Today, is the best day of your life!“, “ It will be better than sex!“, “Jump out and feel like a butterfly!“. Diese geplante Zulaberei um jegliche Aufregung / Angst im Keim zu ersticken funktionierte bei mir nicht. Ich war furchtbar nervös. Dies wurde verstärkt als plötzlich ein Gewitter aufzog und der Wind deutlich stärker wurde. Auf die Frage ob es dadurch gefährlicher für mich würde und ob wir den Sprung nicht verschieben sollten, antwortete der Rastafari “No, its not dangerous! Now its better!!! You will see! Jump out and feel like an eagle! If the wind is coming up, you ‘ll do the best jump in the world! Give me a famous jump, jump out and scream as loud as you can! “. Danach ging alles ganz schnell. Ich stand auf, das Seil wurde mir an den Füßen befestigt, ich drehte mich und hüpfte zum Absprung, am Abgrund ein kurzer Bick nach rechts – Foto, ein kurzer Blick nach rechts – Foto, 5-4-3-2-1- BUUUNJEEEE, ich sprang raus und flog dem Abgrund entegegen. Es war einfach nur geil!! Das Gefühl ist so schwer zu beschreiben, dass ich jedem nur empfehlen kann es selbst zu erleben. Nach meinem Sprung wurde der Sprung übrigens zu gemacht, weil angefangen in Strömen zu regnen. Sicherheit geht vor. 

Hier gehts zu den Bildern vom Bunjeesprung


Fahrt von Livingstone -> Lusaka -> Kapiri – Mposhi

Am Tag nach dem Sprung ging es wieder zurück nach Lusaka. Die ersten Kilometer begleitete uns ein Wanderprediger. Er wurde von gesandt um auf der Strecke Livingstone und Lusaka die Busse und Reisenden zu segnen. Er segnete alles. Den Bus, die Fahrgäste, die Reifen, das Lenkrad, den Auspuff, die Achsen, die Türen, die Fenster. Er predigte Ehrfurcht, dass wenn wir Gott nicht ehren würden, noch auf dieser Fahrt ums Leben kommen könnten. Es wäre eigentlich nur eine Randnotiz, bis wir auf der Hälfte der Strecke einen völlig zerstörten Bus in Büschen sahen und die Straße mit Wrackteilen überseht war. Der Bus hielt an. Einige der Fahrgäste stiegen aus und gingen zur Unglücksstelle. Es waren hauptsächlich die männlichen Fahrgäste. Auch ging mit zu dem zerstörten Bus. Auf dem Weg dorthin fragte ich einen Sambier was und wann es passiert seie. Er antwortete, dass es wohl ein Frontalcrash zwischen Bus und Laster am frühen Morgen war, keine 3 Stunden her. Der Bus lag umgekippt im Seitengraben. Die Fahrerkabine war völlig zerstört. Er deutete auf den Fahrersitz, das Lenkrad und den Schaltknüppel, sowie weitere Elektronikteile des Busses welche verstreut auf der Straße lagen. Der Sambier sagte trocken zu mir, dass es wohl Tote gab und deutete auf eine Blutlache am Rand der Straße. Das bedrückende Gefühl wurde verstärkt, als wir uns dem Buswrack näherten. Bei einem Blick durch die meist zerbrochenen oder zersprungenen Fensterscheiben sah man herausgerissene Sitze und umherfliegendes Gepäck. Einige Sambier gingen weiter um den Bus rum, zu der Stelle wo normalerweise die Fahrerkabine ist. Einige von Ihnen machten Fotos, manche drehten sich ab und mussten sich übergeben. Was dort zu sehen war, wollte ich nicht mehr wissen. Ich drehte mich um und ging zurück zum Bus. In diesem Moment wusste wir wieder wie gefährlich reisen sein kann und hofften gut anzukommen. Den Rest der Fahrt war eine betroffene und ruhige Stimmung im Bus. Wir kamen heile in Lusaka an, vielleicht auch auf Grund des Wanderpredigers.
Nach einer Übernachtung in Lusaka sollte es am nächsten Tag nach Kapiri Mposhi gehen um von dort aus mit der TaZaRa (Tanzanian Zambian Railway) nach Mbeya zu fahren.
Die Bahn in Kapiri Mposhi fuhr um 14 Uhr ab. Wir sollten um 11 Uhr dort sein um unsere Reservierung wahrzunehmen. Die Strecke von Lusaka nach Kapiri Mposhi dauert mit dem Bus ca. 3 Stunden. Wir hatten Tickets für den 7 Uhr Bus nach Kapiri Mposhi. Um 5:30 Uhr standen wir auf um rechtzeitig am Busstandi zu sein.
Wir waren rechtzeitig dort und stiegen auch in den Bus ein und warteten darauf das er los fuhr. Das warten zog sich etwas hin. Denn der Bus war noch nicht voll mit Fahrgästen. Somit mussten wir warten, bis der Bus voll war. Dies dauerte bis 11:30. In der Zwischenzeit hatten wir schon Rush Hour 2 geguckt. Der Wanderprediger hatte über 1 Stunde lang eine Predigt gehalten und Bibeln verkauft. Ich hatte mich dem Conductor, dem Fahrer und dem zuständigen Manager angefeindet. Ich hätte dies nicht getan wenn sich nicht auch andere Fahrgäste über die 4 ½ Stunden längere Wartezeit eschwert hätten. Die Busgesellschaft war sehr uneinsichtig, konnte keine der folgenden Argumente / Fragen verstehen bzw. darauf antworten:
- Wir haben ein Ticket für den 7 Uhr Bus und erwarten auch das dieser zeitnah losfährt
- Wir kaufen ein Ticket für den 7 Uhr Bus, damit wir pünktlich ankommen.
- Warum werden wir icht darüber informiert, dass der Bus erst losfährt wenn er voll ist?
- Was haben Sie für eine Berufsauffassung?!
- Wir würden gerne den Fahrpreis erstattet bekommen, falls wir den Zug in Kapiri Mposhi nicht bekommen.
- .....etc. Die härteren Beleidigungen möchte ich an dieser Stelle nicht wiedergeben.

Eine Eigenschaft der Mitarbeiter dieses Busunternehmens ist die Kritikfähigkeit und Kundenfreundlichkeit. In monatelangen Schulungen und Seminaren wurden sie nämlich darauf vorbereitet auf Kritik gar nicht zu reagieren. Sie sind sogar solche Experten auf diesem Gebiet, dass sie schaffen gar nicht mehr zu antworten. Einfach auf Durchzug zu schalten. Letzten Endes kamen wir um 13:45 am Bahnhof in Kapiri Mposhi an. Wir schafften es gerade noch rechtzeitig ein Abteil zu mieten und in den Zug steigen.

Zugfahrt Kapiri-Mposhi -> Mbeya

Ein 4 Personen Schlafabteil für 2 Personen, der Speisewagen war 15 Meter entfernt, die Getränkebar 10 Meter. Die Bedienung kam jede Stunde und fragte nach ob wir noch offene Wünsche hätten die er uns erfüllen könnte. Ansonsten war die Fahrt wunderschön. Viele verschiedene Landschaften, endlose Ferne, Gewitter, Berge und Täler haben wir bewundert. Hinzu kam die Lebensfreude der kleinen Dörfer ide der Zug passiert hat. Von überall kamen die Menschen angelaufen um dem Zug zuzuwinken. Einfach toll.


Hier gehts zu den Bildern von der Zugfahrt

Fahrt Mbeya -> Sumbawanga -> Kasanga

In Mbeya haben wir eine Nacht im Youth Hostel günstig übernachtet und uns beim dortigen Chinesen, ordentlich den Bauch vollgeschlagen. Am nächsten Morgen ging es in aller Herrgottsfrühe in Richutng Sumbawanga weiter. Das ehrgeizige Ziel war in einem Tag Kasanga, am Tanganijkasee, zu erreichen Die erste Hälfte der ersten Etappe legten wir auf gut asphaltierter Straße zurück. Den Rest der Strecke bis nach Sumbawanga, war löchrige Piste. Dies schien den Busfahrer nicht allzu sehr zu stören, so nahm er jedes Schlagloch mit. Die Ausnahme waren die vielen kleinen Brücken, welche die vielen kleinen Bäche kreuzten. Die Straße 50 Meter vor und nach jeder Brücke war asphaltiert. Dies veranlasste den Fahrer auf den knapp 100 Metern extrem zu beschleunigen , denn wir hatten es ja eilig. Als das asphaltierte Straßenstück dann aufhörte und es zurück auf die Piste ging, war die Erschütterung so groß, dass wir entweder mit den Köpfen gegen die Decke stießen oder einzelne Handgepäckstücke aus der Gepäckablage auf unsere Köpfe fielen.
Müde und mit Kopfschmerzen kamen wir in Sumbawanga an. Der Bus in Richtung Kasanga war schon abgefahren. Ein freundlicher Mann bot uns ein Lifti auf seinem Pick-Up an. Für 7000 TSH pro Person würde er uns fahren. Wir nahmen an und sagten, dass wir nur noch kurz was essen würden. Der Liftifahrer wartete, während wir leckeres Wali na Nyama ( Reis und Fleisch ) aßen. Er unterhielt sich an seinem Pick-Up mit einem anderen Fahrer, wahrscheinlich einem Freund. Dann gab sein Freund ihm etwas und er fuhr davon. Als wir seinem Freund fragten wohin er denn sei, antwortete dieser das unser Liftifahrer fortgefahren sei, er uns stattdessen aber fahren könnte.
Für unschlagbare 120 000 TSH. Wir waren nicht bereit uns verarschen zu lassen und den winzigen Preisunterschied von 113 000 TSH in Kauf zu nehmen und machten uns auf die Suche nach einem Lifti um die letzten 75 km nach Kasanga zu bewältigen.
Ein leerer Fischlaster bot sich uns an. Er pendelte alle zwei Tage von Kasanga nach Sumbawanga um dort seinen Fisch zu verkaufen. Auf dem Rückweg fungierte er als Lifti. So saßen wir mit vielen Tansaniern un einigen Waren auf der Ladefläche des Lasters. Mit unschlagbaren 12 km/h machten wir uns auf den Weg. Die Straße war schlecht und der Fischlaster machte einige Zwischenstopps. Dort ließen es sich die Conductors auch nicht nehmen ihren erwirtschafteten Gewinn in Alkohol umzusetzen und sich zu betrinken. Es wurde dunkel und wir hatten unser Ziel noch immer nicht erreicht, obwohl die Strecke nur 75 km betrug. Auf Nachfrage bekamen wir die Antwort, dass wir heute noch ankommen und das es nicht mehr lange dauert.
Nachdem wir tief in der Nacht immer noch nicht angekommen waren, beschlich mich das dumpfe Gefühl, dass wir a) nicht in Richtung Tanganijkasee fahren oder b) später noch überfallen werden würden. Die erste erwies sich als falsch, denn endlich tauchte der Tanganijkasee am Horizont auf und die Lichter unseres Fischerdörfchen Kasanga leuchteten auch noch. Viel mehr konnten wir jedoch nicht erkennen, denn es war stockfinster. Kurz vor unserem Dorf stiegen auch die letzten Fahrgäste vom Laster. Wir fuhren an unserem Dorf vorbei. Auf Nachfrage warum er uns dort nicht rauslässt, antwortete der Conductor, wir müssten erst noch die Sachen ausladen. Ich wurde richtig paranoid und verlangte von Jana das Pfefferspray und machte mich für den Ernstfall fertig. Es mittlerweile halb vier in der Nacht und wir klapperten noch 4 weitere Fischerdörfer an der Küste ab, bevor der LKW uns in unser Dorf brachte. Der Grund warum er dort als letztes hinfuhr war, das die Straße zu dem Dorf so steil war, dass der LKWzwar runter gekommen wäre, aber nicht wieder hoch. Deswegen musste er erst die komplette Ladung loswerden. Glücklich das nichts passiert ist und totmüde fielen wir nach 21 Stunden Reise totmüde ins Bett.

Aufenthalt Kasanga / Tanganijkasee

Der Tanganijka ist traumhaft schön. Es gibt dort Sand und Kiesstrände und total klares Wasser. Es ist herrlich dort zu schwimmen, schnorcheln und im Kayak herumzufahren. Kaum eine Menschenseele ist dort an den Stränden zu sehen. Am Ufer des Sees befinden sich malerische Fischerdörfchen. Kasanga, hieß unser kleines Fischerdorf. Wir waren die einzigen weißen im Dorf. Jeder wusste unseren Namen, Herkunft und wielange wir bleiben und das obwohl wir es nur unserem Hotelmanager gesagt hatten. Als ich eines Abends alleine essen war, gesellten sich zwei Jugendliche zu mir und fragten was sie tun müssten um an einem unserer Computerkurse an der Ruco Universität teilzunehmen. Ich war etwas verblüfft und fragte, woher sie denn wüssten, dass ich dort unterrichte. Sie antworteten, dass es jeder im Dorf wüsste und auch jeder wüsste dass wir am selben Tag am Strand waren und am nächsten Tag zu den Kalambo Falls fahren würden. Es war lustig, aber auch ein komiches Gefühl von wildfremden Leuten mit dem Namen angesprochen zu werden. Alles in allem waren es aber sehr schöne Tage am Tanganijkasee.


Hier
gehts zu den Bildern vom Tanganijkasee


Ausflug zu den Kalambo Falls

Von Kasanga aus mieteten wir uns ein Motorboot und einen Guide (Peter) um zu den Kalambo Falls zu fahren. Die Kalambo Falls sind mit 235 Metern die zweithöchsten Wasserfälle Afrikas und die sechsthöchsten der Welt, an der Grenze zwischen Sambia und Tansania am südöstlichen Ende des Tanganijkasees. Da der Kalambo nicht ganzjährig Wasser führt sind die Fälle nicht ganzjährig zu besichtigen. Mit dem Boot fuhren wir auf die sambische Seite der Kalambomündung und legten die letzten 6 Kilometer zu Fuß zurück. Die meiste Zeit des Weges ging es Bergauf, sodass wir nassgeschwitzt ankamen. Nachdem wir den ersten Blick auf die Kalambo Falls genossen hatten, tauchte der Guide auf um die Eintrittsgebühr von drei Dollar pro Person entgegenzunehmen. Die Schwierigkeit war nur das er keine 1 Dollar Scheine annahm, was die Sache etwas schwierig machte. Auf Nachfrage wie wir denn jetzt die 3 Dollar pro Person zahlen sollten, antwortete er dass es ein Fehler im System sei. Daraufhin sagten wir ihm, dass wir auf Grund dieses Systemfehlers jetzt nur 2 Dollar pro Person zahlen würden. Er entgegnete dass er dieses Mal noch eine Ausnahme machen würde und auch 1 Dollar Scheine annehmen würde.  Die Kalambo Falls war richtig beeindruckend. Schaut euch die Fotos an. Auf dem Rückweg gerieten wir in einem kleineren Sturm. Einige Wellen schwappten ins Boot und wir mussten zwei drei mal beim Wasserschöppen helfen.


Hier
gehts zu den Kalambo Falls Fotos

Aufenthalt Sumbawanga – Rückfahrt Iringa

Auf dem Rückweg legten wir noch einen dreitätigen Zwischenstopp, bei Eva einer Freiwilligen des Bistums Münster, in Sumbawanga ein. Wir besichtigten ihr Projekt und die Stadt und kauften unsere neuen Schildkröten Karllson und Lillebror, die mittlerweile freudig bei uns im Innenhof spielen.  Nach den drei Tagen ging es zurück nach Mbeya. Nach einem Besuch des dortigen Chinesen fuhren wir am nächsten Tag zurück nach Iringa um dort Weihnachten mit allen Freiwilligen zu feiern.  Der erste Teil der weltbesten Reise war nun vorbei.