Samstag, 11. Oktober 2008

Kurzurlaub in Dar es Salam

Aus Bequemlichkeitsgründen verlinke ich zum Bericht Lisa und Manuel! :-) Link

Freitag, 10. Oktober 2008

Sturm auf die Botschaft

Tag der Deutschen Einheit! Wir befinden uns wegen des Bongo Flavour Festivals in Dar es Salam. Von den vorherigen Generationen wissen wir, dass der Botschafter traditionell in seiner Residenz alle Deutschen zum Essen einlädt. Also machen wir uns Abends auf um das Haus des Botschafters zu suchen. Erster Anlaufpunkt die deutsche Botschaft. Dort treffen wir zwar niemanden an, doch dort bekommen wir die Adresse seines Anwesens. Mit dem Taxi geht es quer durch Dar es Salam zum Haus des Botschafters. Doch auch dort ist niemand anzutreffen. Eine Frechheit denken wir uns. 12 Freiwillige stehen am deutschen Nationalfeiertag abends vor dem Haus des Botschafters und es ist keine Party organisiert. Minuten vergehen und ein Alternativplan wird ausgeheckt, als plötzlich der Fahrer des brasilianischen Botschafters auftaucht und uns mitteilt, das der deutsche Botschafter noch im Kempinski Hotel wohnt, weil er erst vor einem Monat seinen Dienst angetreten hat. Mit einem Taxi und dem freundlichen brasilianischen Fahrer machen wir uns auf ins Kempinski Hotel. Mit Flip Flops, kurzer Hose und Hawai Hemd betreten wir die mit Marmor geflieste und von Teichen umgebene Hotelhalle. Bei der Rezeption fragen wir nach, wo wir die Party zum deutschen Nationalfeiertag finden. Freundlich bekommen wir die Auskunft, dass die Party sich auf der Terasse des ersten Stocks befindet. Der Abend scheint gerettet. Mit dem Aufzug gings in den ersten Stock. Die Fahrstuhltür öffnet sich und uns eröffnet sich ein trostloses Bild. Eine leere Terasse mit vielen Deutschlandfahnen geschmückt. War die Party etwa schon vorbei? Hat sie noch gar nicht begonnen? Dies galt es nun herauszufinden. Also gehen wir runter zur Rezeption und versuchen den Botschafter persönlich zu sprechen. Die Rezeption ruft in seinem Zimmer an. Keine Antwort. Die Rezeption gibt uns die Notfallnummer des Botschafters. Wir rufen dort an, da muss er sich ja melden. Falsch gedacht. Es ertönt eine freundliche weibliche Stimme, welche uns mitteilt das unter dieser Nummer kein Anschluss existiert. Etwas planlos sitzen wir in der Hotellobby, als ein Koreaner erscheint und uns aufklärt. Die Party zum deutschen Nationalfeiertag wurde auf Di den 07.10.08 verschoben. Wir fragen uns wer dem Botschafter das Recht gibt die Party zum Nationalfeiertag zu verschieben, schließlich verschiebt man die Party für Sylvester ja auch nicht. Stattdessen dürften die Koreaner ihren Nationalfeiertag im Kempinski feiern. Wir erklärten dem freundlichen Koreaner, dass wir nur für die Nationaltagsfeier in der Stadt seien, was ja nicht so ganz stimmte. Er schien Mitleid mit uns zu haben und lud uns zu ihrer Feier ein. Wir folgten ihm in einen größeren Festsaal und bekamen einen eigenen Stehtisch. Sofort kamen die Kellner auf uns zu und bewirteten uns mit Snacks und Getränken. Leckerer Fisch, vegetarische Sambusas, Schrimps, Hühnchen, Schwein, dazu wirklich leckere Saucen. Als das alles leer war wurde uns sofort neue Verpflegung gebracht. Nach den ersten zwei Bier fielen auch die Hemmungen einen Blick in die edlere Karte zu riskieren. So tranken wir Wein und Whisky auf Kosten der Koreaner. Wir kamen ins Gespräch mit den Koreanern und es wurde gesellig. Einer der Koreaner zeigte uns noch einen Film über das Dynamische Korea, danach klang die Verantstaltung so langsam aus. Wohlgenährt und wohlversorgt verließen wir das Hotel. Ein rundum geiler Nationalfeiertag ging zu Ende. Ein Dankeschön auch die Gastfreundschaft der Koreaner!!!

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Safari im Ruaha

Es war eine geile Safari!!! :-) Ein kleine Auswahl der beeindruckenden Bilder gibst hier! :-) Viel Spaß beim Gucken

P.S. Einen ausführlichen Bericht gibst auf der Seite der Münsteraner! Hier

Die Brandschutzübung

Die Sonne scheint, wir unterrichten – ein ganz normaler Morgen. Plötzlich kommt Mr. Wisiku herein (Mädchen für alles an der Uni) und holt uns aus dem Unterricht. Wir sollten wie alle anderen Kollegen auch an der Brandschutzveranstaltung teilnehmen. Auf Nachfrage warum wir vorher nichts davon wussten, bekamen wir die Antwort, dass diese Veranstaltung kurzfristig organisiert wurde und niemand davon wusste. Also gaben wir unseren Schülern Aufgaben und folgten Mr. Wisiku in den Besprechungssaal der Uni.
Dort war das komplette Kollegium versammelt und lauschte dem Vortrag eines großen dicken Feuerwehrmannes aus Dar Es Salaam der eine Totenkopfgürtelschnalle trug. Wir setzten uns und bekamen eine Soda gebracht und beobachteten das Geschehen. Am Ende seines Vortrags angelangt, entdeckte uns der Feuerwehrmann. Dies veranlasste Ihn die komplette Präsentation nochmals auf Englisch - extra für uns - zu halten. In gestochem scharfen Englisch verklickerte er uns die Weisheiten des Feuerwehrhandwerks (“Prevention is before, not after!!!“). Die Information, dass es in Tansania nicht sehr viele Sprinkleranlagen gibt, kam zwar nicht überraschend, doch dass es nur drei sind hat mich doch verwundert. Die elitären Gebäude sind das Kempinski Hotel, das Mövenpick und das Office des Premier Ministers. Nach dem theoretischen Teil und einer kurzen Mittagspause gingen wir zum praktischen Teil der Veranstaltung über. Der begann mit 1. Hilfe Übungen, welche lustig vor dem komplettem Kollegium vorgetragen wurden. Nach den Übungen gingen wir ins nahegelegenen Studentenwohnheim und der Feuerwehrmannlöste zur Veranschaulichung den Feueralarm aus. Die Studenten waren natürlich nicht eingeweiht und kamen etwas verdutzt, aber auf keinen Fall in Panik verfallend die Treppe runter. Nun war es Zeit den Feuerwehrschlauch auszurollen und zu testen, ob er auch funktionierte. Der Feuerwehrmann tat es und spritze eine nicht ungeringe Menge Wasser in die 1. Reihe der Zuhörer im Flur des Wohnheims. Die betroffenen und fast pudelnassen Leute, brachen in herzhaftes Gelächter aus!  Danach wurde die Müllgrube der Uni mit Benzin überschüttet und in Brand gesetzt und jeder Frewillige durfte sich in der Bedienung des Feuerlöschers üben. Ein Riesenspaß! Die ganze Aktion hat neben dem ganzen Spaß auch noch 5000 TSH (umgerechnet ca. 3 € ) für jeden Teilnehmer eingebracht. Getreu dem Motto: “Time is Money!“. Eine tolle Erfahrung, jedoch hoffe ich trotzdem nicht auf einen Brand in der Uni. Beim letzten großen Brand vor mehreren Jahren in Iringa, soll das Feuerwehrauto wohl sehr schnell am Einsatzort gewesen sein. Doch leider hatte es vergessen, sich vorher mit Wasser aufzutanken. Bis es sich am naheliegenden Ruaha Fluß aufgeladen und wieder zurückgekehrt war, stand das halbe Viertel in Flammen und jeder Löschversuch war zwecklos!  Hoffen wir das Beste!

Mittwoch, 24. September 2008

Die Kolonialoma

Hier in Iringa lebt eine deutsche Oma, die in Tansania geboren ist und deren Eltern Kolonialdeutsche waren. Wir waren Sie natürlich besuchen! :-) Wie es in Tansania so üblich ist, begrüßte Sie uns mit einem freundlichen Karibu und bat uns in Ihr Haus. Allerdings sprach Sie kein Wort deutsch und auch kein Englisch! Die alte Dame spricht nur Kisuaeheli. Die einzigen deutschen Wörter die sie konnte waren "Wurscht", "Specki" und "Hitler". Sie war zwar schonmal in Deutschland, allerdings nur kurz um Verwandte zu besuchen, welche in der Nähe von Stuttgart leben. Sie bat uns deutschen Wein an. Voller Freude nahmen wir an. Nach Probieren des deutschen Weines, entpuppte dieser sich als spanischer Sangria, was aber auch nicht weiter störte. Sie erzählte uns Geschichten aus der Kolonialzeit, sang alte Lieder von Kaiser Wilhelm und Mussolini.
Alles in allem war es ein gelungener und sehr informativer nachmittag. Beim Abschied lud uns die Oma noch zum Essen ein. Dieser Einladung werden wir auf jeden Fall folgen! :-) Fortsetzung folgt!

Der Einbruch

Eines Tages kam ich von der Arbeit nach Hause und bemerkte die offenstehende Küchentür! Aufgeregt erforschte ich ob alle Wertsachen noch vorhanden sind. Geld, Laptop, Bankkarten und der PC! Alles war noch vorhanden! Stattdessen war die Tür Hoftür mit Zahnseide verziert! Alle Stifte fehlten! Ein Taschenrechner, der Funkwecker, die Taschenlampe, alle Murmeln und Steinschleudern waren verschwunden!! Sowie die Colas und Süßigkeiten aus dem Kühlschrank fehlten! Es lag auf der Hand das wir es mit Kindern zu tun hatten! Und weil Kinder so unglaublich herrlich sind, liefen Sie auch noch mit den Steinschleudern vor unserem Haus herum! Also auf zu Eltern der Kinder, unseren Nachbarn! Nach einem kurzen Gespräch mit der Mutter und dem Jungen stellte sich heraus, das angeblich ein Junge aus der weiteren Nachbarschaft der alleinige Schuldige der ganzen Aktion war. Er hatte den Hofschlüssel entwendet, als Mama Jussuf (unsere Haushaltshilfe) vergessen hatte die Hoftür zu schließen und wir arbeiten waren! Dreimal sollte er bei uns im Haus gewesen sein! Der Name des Jungen Ibo! Also machten Mathias und ich uns auf die Suche nach Mama Ibo! Zuhause war Sie nicht anzutreffen! Man sagte uns sie arbeite in einem Lokal Pub in Kihesa (dem Nachbarstadtteil). Also machten wir uns mit dem Nachbarjungen (ca. 7 Jahre) und dem Bruder des Nachbarjungen(ca. 18 Jahre) auf die Suche nach Mama Ibo und ihrem Sohn! Die Mutter unseres Nachbarjungen durchsuchte in der Zeit das Zimmer ihres Zöglings! Während der Suche in Kihesa wurden wir Zeugen einer ordentlichen afrikanische Wirtshausrauferei! In fast jedem pub wurde uns gesagt, dass es hier gefährlich für Weiße sei und wir lieber wieder nach Hause gehen sollen! :-) Letztendlich erhielten wir die Information dass Mama Ibo übers Wochenende auf ihr Dorf gefahren sei und erst Anfang nächster Woche zurückkäme! Nun wurde es Zeit den Bezirksvorsteher (der älteste Mann in der näheren Umgebung) einzuweihen! Wir gingen in sein Haus, erwiesen ihm den ihm gebührenden Respekt mit einem Shikamoo und einem leichten Knicks und schilderten ihm unser Leid! Er nahm sich der Sache an und ging mit zu unserem Haus, vor dem unseren Nachbarn warteten. Die Mutter hatte derweil das Zimmer des Nachbarjungen durchforstet und gab uns die dort gefundenen Sachen wieder. Man merkte den Nachbarseltern an, dass Ihnen die ganze Sache höchst unangenehm war. Sie hatten in diesem Moment ihr Gesicht vor uns verloren und Ihr Junge hatte Schande über die Familie gebracht! Sie versprachen uns, die Sache für uns zu regeln. Der junge Nachbarsjunge bekam eine Trachtprügel von seinen Eltern, die es in sich hatte. Die Härte der Prügel kann mit der Angst der Eltern begründen, dass der Junge nochmals klaut und ihm was schlimmeres passiert! Denn normalerweise werden Diebe in Tansania gesteinigt.
Die andere Begründung ist der Gesichtsverlust der Eltern, denn innerhalb eines Tages wusste der ganze Bezirk, dass ihr Junge mit anderen Kindern bei uns eingebrochen hat. Die Nachbarseltern brachten uns Tag für tag die gestohlenen Kleinigkeiten zurück. Nur der Schlüssel für den Hitnerhof wurde bisher nicht gefunden. Die Kinder sagten sie hätten den Schlüssel ins Feld hinterm Haus geworfen. Daraufhin brannten die Nachbarn das komplette Feld ab, doch der Schlüssel blieb dennoch verschollen. Wir haben den Nachbarn nun mitgeteilt, dass Sie die Suche einstellen können und uns für ihr Engagement bei der Suche bedankt! Wir werden ein neues Schloß für die Hinterhoftür besorgen und damit ist die Geschichte für uns dann auch beendet. Unseren Nachbarn scheint es immer noch etwas peinlich zu sein, dies merkt man im täglichen Umgang. Ich hoffe dies ändert sich. Weiterhin lässt sich sagen, dass es zum Glück nur Kinder waren, die bei uns einbrachen und das keine Dinge von größerem Wert (wie Laptop, Geld, etc.) weggekommen sind.

Das erste Mal....Malaria!!!

Ein detaillierter Krankheitsbericht:

Sonntag 7.9.2008, ein schöner, sonniger Tag. Mittags telefonierte ich noch mit der besorgten Mutter in Deutschland und sagte, dass es mir gut geht, ich rund um gesund bin und es mir an nix mangelt. Abends waren wir bei Mama Erika zum Essen eingeladen. Auf dem Weg zu ihr merkte ich schon wie mir unwohl wurde. Völlig erschöpft und nassgeschwitzt kam ich bei Mama Erika an, ließ mich in den Sessel fallen und trank erstmal eine Soda. Beim Essen dann kam der Schüttelfrost dazu und der Kreislauf ging in den Keller. Felix brachte mich nach Hause. Alle 10 Meter haben wir eine kurze Verschnaufpause gemacht. Zuhause angekommen legte ich mich völlig erschöpft und von Schüttelfrost geplagt ins Bett und versuchte zu schlafen. Dies gelang mir nicht wirklich da ich verrückte Fieberträume bekam, von einen bekannten deutschen TV Sender der deutsches Kabelfernsehn in Afrika verlegen wollte und in Iringa bei uns damit begann. Der TV Sender hielt es für nötig uns das Wasser für mehrere Tage abzustellen. Nach einer Diskussion über die Sinnhaftigkeit von deutscher TV Verblödung in Afrika, drohte die TV Anstalt uns, auch den Strom abzuschalten. Der Traum entwickelte sich zu einem wahren Alptraum. Zusätzlich zum Fieber, dem Schüttelfrost und dem Alptraum gesellte sich noch ein Grummeln. Dieses Grummeln führte kurz darauf zu einer heftigen Umarmung der Closchüssel. Ehrlich gesagt kann ich mich nicht erinnern, dass es mir jemals so dreckig ging wie in dieser Nacht. Ich verfluchtete meine eigene Naivität im Umgang mit der Malariaprophylaxe. Am Morgen nach der Horrornacht schleppte ich mich völlig zerstört ins nächstgelegene Krankenhaus. Dort buchte ich einen Malariatest und zusätzlich auch einen Typhustest. Nichts ausser Acht lassen war das oberste Gebot. Als Erstes wurde Blut abgenommen und auf einen Objektträger getröpfelt wurde, welcher in 2 Substanzen getaucht und danach in die Sonne zum trocknen gelegt wurde. Danach drückte mir der Laborjunge eine Streichholzschachtel und 1 Streichholz in die Hand und verwies mich zur “Stuhlprobe“ auf die Toilette des Krankenhauses. Beim Anblick des französischen Clo’ s beschlich mich das ungute Gefühl das Krankenhaus kranker als vorher zu verlassen. Nach Abgabe der Stuhlprobe war die Blutprobe getrocknet. Auf Anfrage durfte ich sogar durchs Mikroskop gucken und der Laborant erklärte mir, welche von meinen Blutkörperchen normal und welche von Malaria befallen waren. Der Laborant zählte die Viren und schrieb die Anzahl auf meinen Behandlungsbogen ( ein abgerissenes Blatt Papier). Der Typhustest ergab “samonella typhus“, was hier aber auch als Typhus verkauft wird. Mit dem “Behandlungsbogen“ begab ich mich ins Zimmer des Doktors, der einen freundlich begrüßt und nach einem Blick auf den Behandlungsbogen sein Mitleid bekundet. Das Wort für Mitleidsbekundung oder Anteilnahme lautet “Pole“, wenn es besonders schlimm ist bekommt man ein “Pole sana“. Ich bedankte mich für das Mitleid und danach erklärte mit der Doktor dass nicht die Anzahl der Malariaviren entscheidend ist, sondern die Symptome. Aber schwarze würden grundsätzlich mehr Viren vertragen als “mzungus“ verklickerte er mir mit einem Lächeln. Danach verschrieb er mir einen tollen Tablettencocktail von zeitweise bis zu 21 Tabletten täglich! 3 mal täglich 4 Malariatabletten, für zwei Tage – danach nur noch 2 mal 4 Tabletten für 1 Tag.
Gegen die Samonellen bekam ich Antibiotika. Und gegen Schmerzen “Painkillers“ in Form Paracetamol. 6 Tabletten auf drei Rationen am Tag verteilt, solange wie ich Schmerzen habe. Da ich keine Schmerzen hatte, nahm ich 1 Paracetamol gegen das Fieber. Die Gesundung verlief prima und die Tabletten wirkten. Mittlerweile bin ich zwar noch etwas geschwächt vom Antibiotika, aber es geht mir wieder gut. Die medizinische Versorgung ist gewährleistet und gut. Im Nachhinein muss ich auch allen Ehemaligen zustimmen, die Malaria mit einer stärkeren Grippe verglichen. Und die These das Krankheiten wie Typhus und Malaria hier in Tansania schneller erkannt werden als in Deutschland, würde ich auch unterschreiben, weil die Krankheiten hier wesentlich häufiger vorkommen. Letztendlich lässt sich sagen, ich bin gesund und dass ist die Hauptsache! 

Dienstag, 12. August 2008

Hurra, der Präsident war da!

Präsident Kikwete reisst durchs Land um Land und Leute zu besuchen. So machte er auch 1 Woche Zwischenstop in Iringa, von wo aus er in die verschiedenen Bezirke fuhr um große Reden zu halten. Die Hauptthemen waren Bildung und Aids, jedoch plädierte er für die Enthaltsamkeit und Sex nach der Ehe, anstatt für die Verwendung von Kondomen. Jedes Mal wenn der Präsident sein Haus verließ oder zurückkam, wurde halb Iringa abgeriegelt. Die Straßen waren gesperrt, überall war Polizei und die Menschenmassen standen jedes Mal am Straßenrand und jubelten ihm zu. Er scheint wirklich beliebt zu sein. Vor dem Präsidentenwagen jede Menge Militär und Polizei, dahinter ca. 50 Autos, von Beratern und anderen wichtigen Leuten. Dieses Spektakel fand in der Regel 2 mal am Tag statt.

Der Präsident besucht Kilolo.....

...und Felix und Ich wollten dabei sein. Wir wollten den Besuch des Präsidenten mit einem Besuch im Amanikinderdorf verbinden. Also ging es Samstagsmorgens los! Mit dem Dalla Dalla runter nach Ipogoro, von dort aus ging es mit einem völlig überladenen Kleinbus, für 2500 Shillingi (umgerechnet ca. 1,40 € ), über die Piste nach 40 km nach Kilolo. Neben seinem eigenem Rucksack auf dem Schoß kann es gut sein, dass man noch ein schreiendes Baby, ein Huhn oder sonst irgendetwas die Reise über halten “darf“.
In Kilolo angekommen holte uns Matthias, der Schreiner vom Kinderdorf ab und führte uns durch dieses. Wir lernten die Hausmamas und einige Kinder kennen. Wir besichtigten das wunderschön gelegene Wasserkraftwerk, welches den Strom für die Schreinerei und das Dorf liefert. Danach ging es ab ins Dorf Kilolo um Süßigkeiten für die Kids zu kaufen und eine Partie Pool zu spielen. Nachdem wir den Süßigkeitenvorrat der örtlichen Duka leergekauft hatten und auf der Suche nach der Poolbar waren, wurden wir auf einmal von fast allen Kindern Kilolos belagert, die natürlich Süßigkeiten haben wollten.“Mzungu, mzungu....naomba Pipi“ – “Weißer, weißer..... gib mir Süßigkeiten!“
Ein Teufelskreis, da die Süßigkeiten für die Kinder aus dem Kinderdorf bestimmt waren und die örtliche Duka von uns leergekauft wurde. Wir gaben den Kindern Kilolos keine Süßigkeiten und machten uns auf den Weg zurück ins Dorf. Nach einem fürstlichen Mahl ( Ugali na maharagwe – Maisbrei mit Bohnen und Spinat ) wurden wir zum allabendlichen Sang und Tanz in eines der Kinderhäuser eingeladen. Völlig ahnunglos was mich erwarten würde, öffnete ich die Tür zum Kinderhaus. Alle Kinder des Dorfes waren der Größe nach aufgestellt. Vor den Kindern standen zwei Stühle für Felix und mich bereit. Wir setzten uns und ie Kinder und die Mamas sangen für uns!!! Und wie! Ohne Instrumente, nur mit einer Trommel für den Rythmus! Es war geil!!! Jedes Kind, egal welchen Alters hat mitgemacht und man hat den Kindern angesehen dass sie Spaß dabei hatten. Nach einigen Liedern folgte das absolute Highlight des Abends. Ein Lied indem verschiedene Leute aufgefordert werden in einem Kreis zu tanzen - alles zu geben- abzugehen. Alle machten mit – die Kleinkinder – die Mamas und natürlich wurden wir auch aufgerufen. Wir haben alles gegeben, doch unser steifer, europäischer Tanzstil diente eher der Belustigung aller!  Trotzdem war es ein Riesenspaß und schreit nach Wiederholung. Am Ende verteilten wir unsere Süßigkeiten und fielen danach glücklich und erschöpft ins Bett. Am nächsten Morgen besuchten wir einen katholischen Ghospel Gottesdienst, denn es stellte sich heraus, dass der Präsident doch erst zwei Tage später am Dienstag anreisen würde. So genossen wir einen Gottesdienst mit viel Gesang, Beterei und Spenderei! Das aussergewöhnliche neben der Tatsache, dass die Frauen links und die Männer rechts saßen, war für mich die Bongo Flavour Musik in Kombination mit den Kirchenliedern. Durch die von einer Autobatterie betriebenen Anlage ertönten “fette Beats“ zu denen die Gläubigen ihre Lieder schmetterten. Als katholischer Missionar kann ich diese Art von Kirche nur unterstützen. Nach der Kirche und einem anschließenden Gespräch mit dem Priester von Kilolo machten wir uns auf dem Heimweg. Ein kurzer Abstecher in den Gemüsegarten des Kinderdorfs bescherte uns noch Rosmarin, Petersillie und Schnittlauch! Danach ging es mit dem gleichen Kleinbus der Hinreise heimwärts Richtug Iringa. Auch wenn wir den Präsidenten voraus waren und nicht zu Gesicht bekamen, war es ein gelungenes Wochenende mit jeder Menge neuer Eindrücke und Erfahrungen. 

Aufbau und Entwicklung einer Uni

Das Ruaha University Colloege of Iringa existiert seit 2005. Eine Bankersakademie wurde umfunktioniert und dient heute als Campus. Warum die Bankersakademie schließen musste ist ungewiss. Man munkelt Sie sei wegen Lehrermangel geschlossen worden (zu viele Aidsopfer im Kollegium?!) . Nachdem das Akademiegebäude viele Jahre ungenutzt blieb, entschloss man sich eine Universität zu gründen. Die Uni begann mit 221 Studenten. In der nächsten Woche beginnt das neues Semester mit 1218 Studenten. 5 neue Lehrer werden eingestellt (2 Kanadier, 2 Amerikaner und 1 Brite). Der Spatenstich für ein neues Medienzentrum (mit Konferrenzräumen, Library und Medienräumen) auf dem Campus wird nächsten Monat erfolgen. Viele weitere ungenutzte Hektar Land sind im Besitz der Uni und werden weiteren Projekten dienen.
Letzte Woche Mittwoch fand sogar eine Kabinettssitzung mit Präsident Kikwete und allen District Commissionern in der Main Hall der Universität statt. Dies war eine große Ehre für die Universität.
Zitat von Isidore (Lehrer): “Es gibt in 1000 Jahren einen Tag auf den es ankommt und dieser ist heute, wir können uns nicht erlauben nochmal 1000 Jahre zu warten.“ 
Auf Grund der großen Bedeutung des Präsidentenbesuchs war es umso verwunderlicher dass die Aufregung und die Vorbereitungen erst am Tag des Präsidentenbesuchs anfingen.  Nicht mals das komplette Kollegium war darüber informiert, dass der Präsident heute kommt. Typisch Tansanisch halt!  Dennoch war die Veranstaltung ein voller Erfolg und die Uni hat sich gut präsentiert.

Mama ist die Beste!!!



Hier in Tansania gibt es für alles eine Mama. Eine Mama für die Wäsche, eine fürs Putzen, eine Mama die jeden Morgen an ihrem Baum steht und Mandasis für uns zubereitet und eine Chapati Mama, die in der alten “deutschen“ Markthalle, die weltbesten Chapatis zaubert.

Ein Dankeschön an alle Mamas dieser Erde!!! ;-)



Montag, 28. Juli 2008

Dalla fahren

Das gaengige Fortbewegungsmittel in Afrika sind die Dalla Dalla's. Das sind Kleinbusse. Nach Herstellerangaben fuer bis 8 Personen. In der Realitaet werden diese mit bis zu 20 Personen vollgepackt. Immer wenn man denkt das Dalla ist voll, passen mindestens noch drei Personen rein. Man sitzt, steht, haengt an der Scheibe oder liegt ueber wildfremden Personen. Die Goldene Regel lautet: Zu voll gibt es nicht!!!

Iringa

2 ter Teil. In Iringa angekommen suchten wir erstmal unser neues zu Hause auf. Wunderschoen am Berg gelegen mit Blick ueber die ganze Stadt. Nur die Strassen zum Haus sind fuer europaeische Verhaeltnisse unbefahrbar (Jeder deutsche Feldweg ist besser befahrbar). Das Haus ist hingegen ist sehr europaeisch. Es fehlt nix. Sogar eine elektronische Saftpresse ist vorhanden. :-) Leider nur sind die Fenster nicht richtig zu schliessen, sodass es zur Zeit(Ende des tansanischen) bitter kalt wird. Zum Glueck gibt es genuegend Decken die mich Nachts warm halten. :-)
Fotos von Haus und Umgebung folgen.

Endlich der Erste Eintrag


Endlich komme ich dazu den ersten Eintrag aus Tansania zu schreiben. Im Moment sitze ich in einem Internetcafe in irgendeinem Hotel in Iringa.


Los ging alles am Donnerstag dem 17.7.08. Mit der Bahn ging es von Duesseldorf nach Frankfurt wo ich die anderen Verrueckten getroffen habe. Gemeinsam gingen wir die erste Huerde das "Einchecken" an. Da jeder von uns massig Uebergepaeck hatte wurde vor dem Check In Schalter fleissig umgerauemt. So kam es dazu, dass das Strommessgeraet fuer das Kraftwerk in Kilolo in Lukas Handgepaeck landete, was bei der Sicherheitskontrolle einige lustige Momente bereitete. Denn Lukas wurde mit 2 Messern und einem in Plastikfolie und auf dem Radar als Bombe identifiziertem Strommessgeraet herausgewunken und durfte sich 15 Minuten mit dem Sicherheitsbeamten des Frankfurter Flughafens unterhalten. Jeder Versuch ein Foto davon zu machen wurde unterbunden.

Der Flug mit Quatar war der reinste Genuss. Super Flugzeug, gutes Essen, huebsche und freundliche Bedienung. :-) In Dohar landeten wir um 6 Uhr morgens. Die Tempereatur dort war schon zu diesem Zetipunkt jenseits der dreissig Grad. Die Flughafenhalle jedoch war arktische 17 Grad gekuehlt, so dass ich fror.

Von Dohar aus ging es weiter nach Dar Es Salaam. Im Flugzeug sass ich neben Hashim meinem erstem tansanischen Homie. Hashim wollte nach Wien fluechten, blieb jedoch weil er kein Visum hatte in Dohar haengen und musste wieder zurueck fliegen. Nachdem er mir diese traurige Story erzaehlte, unterhielten wir uns den Rest des Fluges ueber Fussball. Er kannte geschlagene 16 Spieler der deutschen Nationalmannschaft, was genau 13 mehr waren als Felix, Lukas und Sam zusammen :-) Zusaetzlich war er grosser Fan von Michael Ballack. In Dar Es Salam gelandet schenkte ich ihm mein altes Bayer Leverkusen Shirt. Er sagte er will mich in Iringa besuchen kommen. Mal schauen ob das klappt.

In Dar Es Salam angekommen checkten wir im Holiday Hotel ein. Das Motto des Hotels war "Service with a smile!" und "Your home away from home!" Ich war direkt zu Hause! :-)

Dar es Salam ist die groesste Stadt Tansanias. Bemerkenswert ist der Verkehr in Dar.

Ich habe insgesamt 6 Ampeln gezaehlt und viel mehr wird es wohl auch nicht geben. Wenn die Ampel rot ist bedeutet dies, drueberfahren. Wenn sie gruen ist muss man hupen, denn es koennte ja jemand ueber rot gefahren sein. Wenn man die Strasse ueberquert und das herannahende Auto anschaut sollte man nicht davon ausgehen, dass gebremst wird denn die Fahrer bremsen nur wenn sie denken dass man Sie nicht gesehen hat.
Nach einigen Erledigungen in Dar ging es weiter mit dem Bus nach Iringa.
Das die Achsen des Busses nciht gebrochen sind, grenzt meiner Meinung nach an ein Wunder.
Jedes Schlagloch auf dem Tan Zam Highway wurde mitgenommen und wenn ein Stueck Strasse mal fehlte wurde einfach mit der gleichen Geschwindigkeit durch die Wildnis gebrettert.
Ein geiles Erlebnis. :-)

Mittwoch, 16. Juli 2008

Es gehts los!!!

Heute ist es soweit: Ausreise!!! Über Dohar geht es nach Dar es Salam wo wir drei Tage sein werden und noch einige Dine erledigen werden, wie z.B. die Amref (Flying Doctors) Versicherung abschließen werden. Übernachten werden wir wahrscheinlich im Kipepeo Beach Camp. Auf den Fotos sieht es toll aus! Ich freue mich! :-))) Pünktlich zur Ausreise erscheint heute auch ein Interview auf wdr.de ! Die Fotos dort sind natürlich alle gestellt und am gestelltesten ist das Foto wo wir mit Rucksack in der Tür stehen, aber nagut.... :-) Das Sprichwort "Stress, Stress führt nicht zum Erfolg" heisst übrigens "haraka haraka haina baraka" :-) Ansonsten ist das Interview ja doch ganz gut gelaufen! Der nächste Bericht kommt aus Tansania.... bis in 13 Monaten! :-)

Montag, 14. Juli 2008

Abschiedsfeier

Die Abschiedsfeier ist vorbei. Die Fotos sind da. Ihr findet Sie hier.

Vielen Dank für die schöne Feier und die ganzen Geschenke! Ich werde Euch alle vermissen!!!! :-)
In 3 Tagen gehts los!!!

Donnerstag, 10. Juli 2008

Noch 7 Tage

In 7 Tagen geht der Flieger! :-) Die Anspannung wird immer größer! Das größte Abenteuer meines bisherigen Lebens liegt vor mir! Hier versuche ich Euch auf dem Laufenden zu halten!