Mittwoch, 24. September 2008

Das erste Mal....Malaria!!!

Ein detaillierter Krankheitsbericht:

Sonntag 7.9.2008, ein schöner, sonniger Tag. Mittags telefonierte ich noch mit der besorgten Mutter in Deutschland und sagte, dass es mir gut geht, ich rund um gesund bin und es mir an nix mangelt. Abends waren wir bei Mama Erika zum Essen eingeladen. Auf dem Weg zu ihr merkte ich schon wie mir unwohl wurde. Völlig erschöpft und nassgeschwitzt kam ich bei Mama Erika an, ließ mich in den Sessel fallen und trank erstmal eine Soda. Beim Essen dann kam der Schüttelfrost dazu und der Kreislauf ging in den Keller. Felix brachte mich nach Hause. Alle 10 Meter haben wir eine kurze Verschnaufpause gemacht. Zuhause angekommen legte ich mich völlig erschöpft und von Schüttelfrost geplagt ins Bett und versuchte zu schlafen. Dies gelang mir nicht wirklich da ich verrückte Fieberträume bekam, von einen bekannten deutschen TV Sender der deutsches Kabelfernsehn in Afrika verlegen wollte und in Iringa bei uns damit begann. Der TV Sender hielt es für nötig uns das Wasser für mehrere Tage abzustellen. Nach einer Diskussion über die Sinnhaftigkeit von deutscher TV Verblödung in Afrika, drohte die TV Anstalt uns, auch den Strom abzuschalten. Der Traum entwickelte sich zu einem wahren Alptraum. Zusätzlich zum Fieber, dem Schüttelfrost und dem Alptraum gesellte sich noch ein Grummeln. Dieses Grummeln führte kurz darauf zu einer heftigen Umarmung der Closchüssel. Ehrlich gesagt kann ich mich nicht erinnern, dass es mir jemals so dreckig ging wie in dieser Nacht. Ich verfluchtete meine eigene Naivität im Umgang mit der Malariaprophylaxe. Am Morgen nach der Horrornacht schleppte ich mich völlig zerstört ins nächstgelegene Krankenhaus. Dort buchte ich einen Malariatest und zusätzlich auch einen Typhustest. Nichts ausser Acht lassen war das oberste Gebot. Als Erstes wurde Blut abgenommen und auf einen Objektträger getröpfelt wurde, welcher in 2 Substanzen getaucht und danach in die Sonne zum trocknen gelegt wurde. Danach drückte mir der Laborjunge eine Streichholzschachtel und 1 Streichholz in die Hand und verwies mich zur “Stuhlprobe“ auf die Toilette des Krankenhauses. Beim Anblick des französischen Clo’ s beschlich mich das ungute Gefühl das Krankenhaus kranker als vorher zu verlassen. Nach Abgabe der Stuhlprobe war die Blutprobe getrocknet. Auf Anfrage durfte ich sogar durchs Mikroskop gucken und der Laborant erklärte mir, welche von meinen Blutkörperchen normal und welche von Malaria befallen waren. Der Laborant zählte die Viren und schrieb die Anzahl auf meinen Behandlungsbogen ( ein abgerissenes Blatt Papier). Der Typhustest ergab “samonella typhus“, was hier aber auch als Typhus verkauft wird. Mit dem “Behandlungsbogen“ begab ich mich ins Zimmer des Doktors, der einen freundlich begrüßt und nach einem Blick auf den Behandlungsbogen sein Mitleid bekundet. Das Wort für Mitleidsbekundung oder Anteilnahme lautet “Pole“, wenn es besonders schlimm ist bekommt man ein “Pole sana“. Ich bedankte mich für das Mitleid und danach erklärte mit der Doktor dass nicht die Anzahl der Malariaviren entscheidend ist, sondern die Symptome. Aber schwarze würden grundsätzlich mehr Viren vertragen als “mzungus“ verklickerte er mir mit einem Lächeln. Danach verschrieb er mir einen tollen Tablettencocktail von zeitweise bis zu 21 Tabletten täglich! 3 mal täglich 4 Malariatabletten, für zwei Tage – danach nur noch 2 mal 4 Tabletten für 1 Tag.
Gegen die Samonellen bekam ich Antibiotika. Und gegen Schmerzen “Painkillers“ in Form Paracetamol. 6 Tabletten auf drei Rationen am Tag verteilt, solange wie ich Schmerzen habe. Da ich keine Schmerzen hatte, nahm ich 1 Paracetamol gegen das Fieber. Die Gesundung verlief prima und die Tabletten wirkten. Mittlerweile bin ich zwar noch etwas geschwächt vom Antibiotika, aber es geht mir wieder gut. Die medizinische Versorgung ist gewährleistet und gut. Im Nachhinein muss ich auch allen Ehemaligen zustimmen, die Malaria mit einer stärkeren Grippe verglichen. Und die These das Krankheiten wie Typhus und Malaria hier in Tansania schneller erkannt werden als in Deutschland, würde ich auch unterschreiben, weil die Krankheiten hier wesentlich häufiger vorkommen. Letztendlich lässt sich sagen, ich bin gesund und dass ist die Hauptsache! 

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