Dienstag, 12. August 2008

Hurra, der Präsident war da!

Präsident Kikwete reisst durchs Land um Land und Leute zu besuchen. So machte er auch 1 Woche Zwischenstop in Iringa, von wo aus er in die verschiedenen Bezirke fuhr um große Reden zu halten. Die Hauptthemen waren Bildung und Aids, jedoch plädierte er für die Enthaltsamkeit und Sex nach der Ehe, anstatt für die Verwendung von Kondomen. Jedes Mal wenn der Präsident sein Haus verließ oder zurückkam, wurde halb Iringa abgeriegelt. Die Straßen waren gesperrt, überall war Polizei und die Menschenmassen standen jedes Mal am Straßenrand und jubelten ihm zu. Er scheint wirklich beliebt zu sein. Vor dem Präsidentenwagen jede Menge Militär und Polizei, dahinter ca. 50 Autos, von Beratern und anderen wichtigen Leuten. Dieses Spektakel fand in der Regel 2 mal am Tag statt.

Der Präsident besucht Kilolo.....

...und Felix und Ich wollten dabei sein. Wir wollten den Besuch des Präsidenten mit einem Besuch im Amanikinderdorf verbinden. Also ging es Samstagsmorgens los! Mit dem Dalla Dalla runter nach Ipogoro, von dort aus ging es mit einem völlig überladenen Kleinbus, für 2500 Shillingi (umgerechnet ca. 1,40 € ), über die Piste nach 40 km nach Kilolo. Neben seinem eigenem Rucksack auf dem Schoß kann es gut sein, dass man noch ein schreiendes Baby, ein Huhn oder sonst irgendetwas die Reise über halten “darf“.
In Kilolo angekommen holte uns Matthias, der Schreiner vom Kinderdorf ab und führte uns durch dieses. Wir lernten die Hausmamas und einige Kinder kennen. Wir besichtigten das wunderschön gelegene Wasserkraftwerk, welches den Strom für die Schreinerei und das Dorf liefert. Danach ging es ab ins Dorf Kilolo um Süßigkeiten für die Kids zu kaufen und eine Partie Pool zu spielen. Nachdem wir den Süßigkeitenvorrat der örtlichen Duka leergekauft hatten und auf der Suche nach der Poolbar waren, wurden wir auf einmal von fast allen Kindern Kilolos belagert, die natürlich Süßigkeiten haben wollten.“Mzungu, mzungu....naomba Pipi“ – “Weißer, weißer..... gib mir Süßigkeiten!“
Ein Teufelskreis, da die Süßigkeiten für die Kinder aus dem Kinderdorf bestimmt waren und die örtliche Duka von uns leergekauft wurde. Wir gaben den Kindern Kilolos keine Süßigkeiten und machten uns auf den Weg zurück ins Dorf. Nach einem fürstlichen Mahl ( Ugali na maharagwe – Maisbrei mit Bohnen und Spinat ) wurden wir zum allabendlichen Sang und Tanz in eines der Kinderhäuser eingeladen. Völlig ahnunglos was mich erwarten würde, öffnete ich die Tür zum Kinderhaus. Alle Kinder des Dorfes waren der Größe nach aufgestellt. Vor den Kindern standen zwei Stühle für Felix und mich bereit. Wir setzten uns und ie Kinder und die Mamas sangen für uns!!! Und wie! Ohne Instrumente, nur mit einer Trommel für den Rythmus! Es war geil!!! Jedes Kind, egal welchen Alters hat mitgemacht und man hat den Kindern angesehen dass sie Spaß dabei hatten. Nach einigen Liedern folgte das absolute Highlight des Abends. Ein Lied indem verschiedene Leute aufgefordert werden in einem Kreis zu tanzen - alles zu geben- abzugehen. Alle machten mit – die Kleinkinder – die Mamas und natürlich wurden wir auch aufgerufen. Wir haben alles gegeben, doch unser steifer, europäischer Tanzstil diente eher der Belustigung aller!  Trotzdem war es ein Riesenspaß und schreit nach Wiederholung. Am Ende verteilten wir unsere Süßigkeiten und fielen danach glücklich und erschöpft ins Bett. Am nächsten Morgen besuchten wir einen katholischen Ghospel Gottesdienst, denn es stellte sich heraus, dass der Präsident doch erst zwei Tage später am Dienstag anreisen würde. So genossen wir einen Gottesdienst mit viel Gesang, Beterei und Spenderei! Das aussergewöhnliche neben der Tatsache, dass die Frauen links und die Männer rechts saßen, war für mich die Bongo Flavour Musik in Kombination mit den Kirchenliedern. Durch die von einer Autobatterie betriebenen Anlage ertönten “fette Beats“ zu denen die Gläubigen ihre Lieder schmetterten. Als katholischer Missionar kann ich diese Art von Kirche nur unterstützen. Nach der Kirche und einem anschließenden Gespräch mit dem Priester von Kilolo machten wir uns auf dem Heimweg. Ein kurzer Abstecher in den Gemüsegarten des Kinderdorfs bescherte uns noch Rosmarin, Petersillie und Schnittlauch! Danach ging es mit dem gleichen Kleinbus der Hinreise heimwärts Richtug Iringa. Auch wenn wir den Präsidenten voraus waren und nicht zu Gesicht bekamen, war es ein gelungenes Wochenende mit jeder Menge neuer Eindrücke und Erfahrungen. 

Aufbau und Entwicklung einer Uni

Das Ruaha University Colloege of Iringa existiert seit 2005. Eine Bankersakademie wurde umfunktioniert und dient heute als Campus. Warum die Bankersakademie schließen musste ist ungewiss. Man munkelt Sie sei wegen Lehrermangel geschlossen worden (zu viele Aidsopfer im Kollegium?!) . Nachdem das Akademiegebäude viele Jahre ungenutzt blieb, entschloss man sich eine Universität zu gründen. Die Uni begann mit 221 Studenten. In der nächsten Woche beginnt das neues Semester mit 1218 Studenten. 5 neue Lehrer werden eingestellt (2 Kanadier, 2 Amerikaner und 1 Brite). Der Spatenstich für ein neues Medienzentrum (mit Konferrenzräumen, Library und Medienräumen) auf dem Campus wird nächsten Monat erfolgen. Viele weitere ungenutzte Hektar Land sind im Besitz der Uni und werden weiteren Projekten dienen.
Letzte Woche Mittwoch fand sogar eine Kabinettssitzung mit Präsident Kikwete und allen District Commissionern in der Main Hall der Universität statt. Dies war eine große Ehre für die Universität.
Zitat von Isidore (Lehrer): “Es gibt in 1000 Jahren einen Tag auf den es ankommt und dieser ist heute, wir können uns nicht erlauben nochmal 1000 Jahre zu warten.“ 
Auf Grund der großen Bedeutung des Präsidentenbesuchs war es umso verwunderlicher dass die Aufregung und die Vorbereitungen erst am Tag des Präsidentenbesuchs anfingen.  Nicht mals das komplette Kollegium war darüber informiert, dass der Präsident heute kommt. Typisch Tansanisch halt!  Dennoch war die Veranstaltung ein voller Erfolg und die Uni hat sich gut präsentiert.

Mama ist die Beste!!!



Hier in Tansania gibt es für alles eine Mama. Eine Mama für die Wäsche, eine fürs Putzen, eine Mama die jeden Morgen an ihrem Baum steht und Mandasis für uns zubereitet und eine Chapati Mama, die in der alten “deutschen“ Markthalle, die weltbesten Chapatis zaubert.

Ein Dankeschön an alle Mamas dieser Erde!!! ;-)