Donnerstag, 9. Oktober 2008

Die Brandschutzübung

Die Sonne scheint, wir unterrichten – ein ganz normaler Morgen. Plötzlich kommt Mr. Wisiku herein (Mädchen für alles an der Uni) und holt uns aus dem Unterricht. Wir sollten wie alle anderen Kollegen auch an der Brandschutzveranstaltung teilnehmen. Auf Nachfrage warum wir vorher nichts davon wussten, bekamen wir die Antwort, dass diese Veranstaltung kurzfristig organisiert wurde und niemand davon wusste. Also gaben wir unseren Schülern Aufgaben und folgten Mr. Wisiku in den Besprechungssaal der Uni.
Dort war das komplette Kollegium versammelt und lauschte dem Vortrag eines großen dicken Feuerwehrmannes aus Dar Es Salaam der eine Totenkopfgürtelschnalle trug. Wir setzten uns und bekamen eine Soda gebracht und beobachteten das Geschehen. Am Ende seines Vortrags angelangt, entdeckte uns der Feuerwehrmann. Dies veranlasste Ihn die komplette Präsentation nochmals auf Englisch - extra für uns - zu halten. In gestochem scharfen Englisch verklickerte er uns die Weisheiten des Feuerwehrhandwerks (“Prevention is before, not after!!!“). Die Information, dass es in Tansania nicht sehr viele Sprinkleranlagen gibt, kam zwar nicht überraschend, doch dass es nur drei sind hat mich doch verwundert. Die elitären Gebäude sind das Kempinski Hotel, das Mövenpick und das Office des Premier Ministers. Nach dem theoretischen Teil und einer kurzen Mittagspause gingen wir zum praktischen Teil der Veranstaltung über. Der begann mit 1. Hilfe Übungen, welche lustig vor dem komplettem Kollegium vorgetragen wurden. Nach den Übungen gingen wir ins nahegelegenen Studentenwohnheim und der Feuerwehrmannlöste zur Veranschaulichung den Feueralarm aus. Die Studenten waren natürlich nicht eingeweiht und kamen etwas verdutzt, aber auf keinen Fall in Panik verfallend die Treppe runter. Nun war es Zeit den Feuerwehrschlauch auszurollen und zu testen, ob er auch funktionierte. Der Feuerwehrmann tat es und spritze eine nicht ungeringe Menge Wasser in die 1. Reihe der Zuhörer im Flur des Wohnheims. Die betroffenen und fast pudelnassen Leute, brachen in herzhaftes Gelächter aus!  Danach wurde die Müllgrube der Uni mit Benzin überschüttet und in Brand gesetzt und jeder Frewillige durfte sich in der Bedienung des Feuerlöschers üben. Ein Riesenspaß! Die ganze Aktion hat neben dem ganzen Spaß auch noch 5000 TSH (umgerechnet ca. 3 € ) für jeden Teilnehmer eingebracht. Getreu dem Motto: “Time is Money!“. Eine tolle Erfahrung, jedoch hoffe ich trotzdem nicht auf einen Brand in der Uni. Beim letzten großen Brand vor mehreren Jahren in Iringa, soll das Feuerwehrauto wohl sehr schnell am Einsatzort gewesen sein. Doch leider hatte es vergessen, sich vorher mit Wasser aufzutanken. Bis es sich am naheliegenden Ruaha Fluß aufgeladen und wieder zurückgekehrt war, stand das halbe Viertel in Flammen und jeder Löschversuch war zwecklos!  Hoffen wir das Beste!

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