Freitag, 24. Juli 2009

Der letzte Abschnitt

Sam am Ruvuma, Mosambikisch-Tansanische Grenze

Von Ibo über Mocimbua du Praia nach Tansania

Nach dem Übersetzen mit einer Motordau ging es auf sogenannten Chappas (Menschen-LKWs), Liftis (auf der offenen Ladefläche eines LKWs und hinten auf einem Pick-Up) an einem Tag bis nach Mocimbua du Praia. Dort wurden die drei direkt zu einem Landrover-Fahrer weitervermittelt, der am nächsten morgen zur Grenze aufbrach und in dessem Wohnzimmer sie auch ihr Nachtlager aufschlagen konnten. Im hohen Norden Mosambiks kommt man mit Swahilikenntnissen mindestens genauso gut zurecht wie mit Portugiesisch. Die Straße zur Grenze war eine Staubpiste in desolatem Zustand und mit einigen für normale Autos schwierigen Steigungen versehen, so dass die etwa 20 auf der Ladefläche des Landrovers verstauten Passagiere sechs höchst unangenehme Stunden verbrachten und gegen Ende viele lieber aufstanden als weiterhin ihren Füßen und Sitzmuskeln beim Absterben beizusitzen. Begleitet wurde die Fahrt durch da leise wimmern eines schwerkranken Mädchens, das die Tortur auf sich nehmen musste um in Tansania behandelt werden zu können. An der Grenze versuchten die Mosambikischen Beamten noch einmal, ein bisschen Bakschisch abzustauben, doch obwohl sie Joschka wegen Besitz einer Waffe(Taschenmesser) Probleme androhten, ging alles nach längerer Diskussion sauber über die Bühne. Vielleicht lag es daran, dass Joschka großspurig behauptete, der Nachbar und Freund des tansanischen Polizeichefs zu sein. Schließlich wurde der Ruvuma mit einem Motorboot überquert und nach unkomplizierten Grenzformalitäten auf tansanischer Seite ein wiederum sehr unbequemer und überladener
Landrover nach Mtwara bestiegen.

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29.06.09 Zwischen Mtwara und Kilwa, Tansania
Die Elstern von Mtwara
Die Dornen Mosambiks
Sind die Elstern von Mtwara
Für den deutschen Kokosnusspflanzer
Wie den lila Dalla-Fahrer
Worte wie von Lanzer
Denn für's Gesetz muss man zahlen
Zahlen kann man auch für Sex
Nur Ein Euro Achtzig kila mara
Am nächsten Morgen erheben sich
Als wollten sie klagen, als wollten sie prahlen
Die schwarz-weißen Schwärme über Safariqualen
Nur zu den Tauben hüpfen sie
*
Von Mtwara fuhren Joschka und Guilherme direkt nach Dar Es Salaam, während Samuel noch einen Abstecher zum UNESCO-Weltkulturerbe Kilwa machte, wo er die historischen Ruinen von Kilwa Kisiwani bewundern konnte, bevor er weiter nach Dar und schließlich Iringa fuhr.

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30.06.09 Kilwa Kisiwani in der kleinen Moschee
Gegen Ende einer Reise
Wie fühlt man sich
Gegen Ende einer Reise,
Eines Jahres?
Es gibt kein einzig Wahres,
Nur unendlich – lügt der Weise
Vögel singen wunderlich
Die Zukunft liegt schon ausgebreitet,
Unerkenntlich ausgeleuchtet
Schwer und leicht und ignorant
Das alles hat man wohl erkannt
Doch was man wirklich bräuchte,
Das blau durch's Korallenfenster leuchte...
* In der Moschee
Es sitzt einer in der Steinmoschee
Entspannt und ungekämmt
Nach Fischsuppe und Morgentee
Im grünen Lieblingshemd
Er denkt an Menschen und Inseln im Meer
Die er jetzt ein wenig kennt
An Stiche – sie jucken längst nicht mehr
Wie Mangrovenholz verbrennt
Hörst du die Kinder, die Vögel, den Wind?
Erheb dich ja nicht zu geschwind
Manche Momente sind ganz dein
Zwischen Baobab und Korallenstein

Die kleine Moschee auf Kilwa Kisiwani


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